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Die Gelbbauchunke ist eine sehr gefährdete Art. Bei Ziegelnöbach sind im Zuge eines übergreifenden Projekts sechs neue Gewässer für diese Amphibien entstanden.

(ty) Die Gelbbauchunke ist eine stark gefährdete Amphibienart, die in den vergangenen Jahren deutliche Bestands-Rückgänge hinnehmen musste. Ziel von Unken-Freunden ist es deshalb, für die Rote-Liste-Art neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und zu vernetzen. Dazu braucht es nicht zuletzt engagierte Grundeigentümer, Kiesabbau-Unternehmen sowie Privatpersonen, die etwaige Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. In Ziegelnöbach, südlich von Scheyern, sind kürzlich sechs neue Gewässer für die Amphibien entstanden. Zwei Tümpel legte die Gemeinde selbst auf einer Ausgleichsfläche an, vier weitere entstanden im Rahmen des Amphibien-Schutz-Projekts "Allen Unken-Rufen zum Trotz" auf drei Privatgrundstücken.

"Das Ergebnis kann sich sehen lassen", freut sich Angela Grau, die im Landkreis Pfaffenhofen für den Bund Naturschutz (BN) die Projekt-Koordination übernommen hat. Die Gemeinde Scheyern und die Grundstücks-Eigentümer tragen ihren Worten zufolge mit ihren für den Artenschutz zur Verfügung gestellten Biotopen dazu bei, dass die hiesigen Gelbbauchunken nun mit den Freisinger Unken-Populationen vernetzt werden. "Einzelne kleine Populationen schließen sich über Trittstein-Biotope zu einer Meta-Population zusammen, in der die Tiere hin und her wandern können", erklärt Diplom-Biologin Kathrin Euringer aus Scheyern.

Angela Grau bei der Arbeit.

"Auf unserem Gemeindegebiet gibt es bereits Vorkommen der Gelbbauchunke, und nun haben wir auf eigene Kosten zwei weitere Gewässer anlegen lassen. Dafür erhält die Gemeinde Ökopunkte als Ausgleich für Bauvorhaben und Flächen-Versiegelungen", fasst Scheyerns Bürgermeister Manfred Sterz (Freie Wähler) zusammen, der kürzlich auch zu einem Ortstermin in dieser Sache erschienen war. Bauhof-Leiter Manuel Fleischmann, der die entsprechenden Details mit der Unteren Naturschutz-Behörde am Landratsamt besprochen hatte, ergänzt: "Naturschutz ist mir ein Anliegen und ich freue mich, wenn ich eine seltene Art fördern kann."

Die drei Grundstücks-Eigentümer – Gerda Einödshofer, Albert Mahl und Andreas Mahl – hoffen nun, dass in ihren neuen Gewässern bald viele Amphibien ablaichen werden. "Zu beobachten, was sich in den neuen Gewässern alles entwickelt, finde ich sehr interessant", sagt Gerda Einödshofer. Und der Ziegelnöbacher Landwirt Albert Mahl bekräftigt: "Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Amphibien wie die Gelbbauchunke bei uns wieder eine Überlebens-Chance bekommen." Andreas Mahl (FW), er ist zugleich Dritter Bürgermeister von Scheyern, sagt: "Mir liegt Artenschutz am Herzen, damit unsere Kinder seltene Tiere nicht nur aus dem Bilderbuch kennenlernen."

Ortstermin mit Bürgermeister Manfred Sterz.

Da ein großer Teil der weltweiten Gelbbauchunken-Population in Deutschland vorkommt, sieht man hierzulande für diese Tiere eine besondere Verantwortung. Sechs oberbayerische Landkreise beteiligen sich an dem groß angelegten Projekt "Allen Unken-Rufen zum Trotz". Gefördert wird es durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen des Bundesprogramms biologische Vielfalt und durch den bayerischen Naturschutz-Fonds.

Die Trägerschaft haben die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen sowie der Bund Naturschutz (BN) mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen übernommen. "Allen Unken-Rufen zum Trotz" wurde im vergangenen Jahr sogar als Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt" ausgezeichnet. Lesen Sie dazu auch: www.gelbbauchunke-bayern.de

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Pfaffenhofen kämpft um das Überleben der Gelbbauchunke

Allen Unken-Rufen zum Trotz


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