Bilanz-Summe kletterte im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Zuwächse in verschiedenen Geschäfts-Bereichen. Vorstands-Chef Streb: "Zahlen bestätigen den richtigen Weg."
(ty) Die Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte hat im vergangenen Jahr erneut ein solides Wachstum verzeichnet. Die Bilanzsumme sei um 5,5 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro gestiegen, erklärten der Vorstands-Vorsitzende Andreas Streb und Vorstands-Mitglied Franz Mirbeth in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Bei den bilanziellen Kunden-Einlagen habe es ein Plus von 4,7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gegeben. Das betreute Kunden-Volumen habe sich um 4,3 Prozent auf 12,8 Milliarden erhöht. "Unsere Genossenschafts-Bank blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück", heißt es aus der Chef-Etage. "Die Zahlen bestätigen den richtigen Weg."
Gegründet im Jahr 1895 nach den genossenschaftlichen Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch, liegen die Wurzeln der nach eigenem Bekunden heute zweitgrößten bayerischen Volksbank-Raiffeisenbank und drittgrößten bayerischen Genossenschafts-Bank im Ingolstädter Stadtteil Unsernherrn. "Unsere mittlerweile also gut 130-jährige Geschichte steht für Stabilität, Verantwortung und regionale Verbundenheit", sagt Streb, der im Januar vergangenen Jahres vom Vorstands-Mitglied zum Vorstands-Chef geworden war und heuer im Februar seinen 50. Geburtstag gefeiert hat. "Zugleich verstehen wir uns als moderne Bank, die Tradition und Zukunft erfolgreich miteinander verbindet."
Erfreulich sei, dass man auch unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wiederum ein stabiles Wachstum habe verbuchen können, proklamiert Streb und nennt eine weitere Kennzahl, die die Entwicklung dokumentiert: Gewerbliche Finanzierungen und private Baufinanzierungen legten im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zu. Die Mitarbeiter-, Kunden- und Mitgliederzahl sei "auf hohem Niveau stabil" geblieben. Das vergangenen Jahr sei "insgesamt sehr gut gelaufen", fasst Streb zusammen.
Laut Mirbeth entwickelte sich auch das zinsunabhängige Geschäft positiv. Besonders hebt er die Sparten Versicherungen und Wertpapiere hervor. Im vergangenen Jahr habe es eine hohe Nachfrage nach Absicherungs-Produkten im Bereich der Lebens- und Sachversicherungen gegeben. Besonders erfreulich sei es im Bereich der Krankenversicherungen gelaufen, den man habe ausbauen können. Das unterstreiche, "dass das Thema Gesundheit zunehmend an Bedeutung gewinnt und von den Kundinnen und Kunden stark nachgefragt wird". Aufgrund der Entwicklung der Wertpapier-Märkte sei die Nachfrage bei Wertpapieren und Fonds "ungebrochen" gewesen, was zu einem Mehr an Dienstleistungen auf diesem Gebiet geführt habe.
Streb verweist nicht nur vor diesem Hintergrund auf die nachgewiesene Beratungs-Qualität seines Hauses. So habe man mit der Top-Note 1,4 erneut die Auszeichnung "Beste Bank in der Privatkunden-Beratung" entgegennehmen können. Ebenso prämiert worden sei man mit den Auszeichungen "Sehr gute Baufinanzierung" und "Exzellente Beratungs-Qualität im Bereich Private-Banking". Letztere sei zugleich "eine Anerkennung des Vertrauens, das unsere Anleger uns entgegenbringen – sie durften sich dadurch in ihrer Wahl besonders angesprochen und bestätigt fühlen", so der Vorstands-Chef.

Zum dritten Mal veranstaltete das Geldinstitut ein "Bitcoin-Forum".
An insgesamt 42 Standorten in der Region sei die VR Bayern-Mitte auch im abgelaufenen Jahr ein verlässlicher Arbeitgeber und Finanzpartner gewesen, betont Streb. 796 Mitarbeiter – darunter 63 Auszubildende – betreuten seinen Worten zufolge rund 179 500 Kunden, davon 85 500 Mitglieder. Ein Beleg für die positive Unternehmens-Kultur sei auch der hohe Anteil an Teilzeit-Beschäftigten: Rund 350 Menschen arbeiten als Teilzeitkräfte in der Genossenschafts-Bank. Dieser Wert zeige, "dass wir flexible Arbeits-Modelle aktiv fördern und individuelle Lebens-Situationen berücksichtigen". Damit unterstreiche man den Anspruch, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein, der berufliche Entwicklung und private Verantwortung in Einklang bringe.
Ergänzend zur persönlichen Betreuung vor Ort stehen nach Angaben des Geldinstituts zehn Digital-Kundenberater in der "Digital-Filiale+" flexibel und ortsunabhängig im "digital-persönlichen Kanal" zur Verfügung. Auch für Firmenkunden sowie Private-Banking-Kunden biete man spezialisierte Beratung in der Region an. Qualifizierte Berater entwickelten gemeinsam mit Produkt-Spezialisten "individuelle, maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle finanzielle Anforderungen".
Mit der gezielten Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungs-Angebots um den "Bitcoin" habe man den Nerv der Kunden getroffen, so Streb. Das Interesse an fundierten Infos rund um diesen Krypto-Wert sei spürbar gestiegen – ebenso die Handels-Aktivitäten auf dem bankeigenen Portal, das eine deutliche Umsatz-Steigerung verzeichne. Bereits zum dritten Mal hatte die Bank ein "Bitcoin-Forum" in Ingolstadt ausgerichtet. Das jüngste dreitägige Event in der "Saturn-Arena" habe mehr als 3000 Besucher angezogen. Damit sei die Veranstaltung im vorigen Jahr das größte Bitcoin-Event im deutschsprachigen Raum gewesen – "ein eindrucksvoller Beleg für die wachsende Bedeutung digitaler Assets und die starke Positionierung der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte in diesem Zukunftsmarkt".
Mit der Erteilung der so genannten MiCAR-Lizenz durch die Bundesanstalt für Finanz-Dienstleistungs-Aufsicht (Bafin) habe die VR Bayern-Mitte zudem einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht und eine Vorreiter-Rolle übernommen. Der Erhalt der Lizenz unterstreiche die regulatorische Kompetenz des Hauses und schaffe für Kunden zusätzliche Sicherheit sowie Vertrauen im Bereich digitaler Vermögenswerte.
Mirbeth erinnert indes daran, dass im April vergangenen Jahres in Ingolstadt der "Donau-Tower", die neue Unternehmens-Zentrale des Geldinstituts, bezugsfertig geworden sei. Rund 420 Mitarbeiter – zuvor in acht verschiedenen Dependancen untergebracht – seien hier seither in fünf der ersten sechs Stockwerke tätig. "Ein Highlight schlechthin", findet Mirbeth. Er spricht auch von einem "Quantensprung bezüglich Technik und Arbeitsweise". In den oberen Etagen habe man zudem attraktive Büroflächen zur Vermietung geschaffen. Der 13. Stock mit Konferenz-Raum und Sky-Lounge sei in der Hand der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte und biete einen exklusiven Blick über die Stadt. Insgesamt summieren sich die Flächen im "Donau-Tower" auf rund 12 000 Quadratmeter, so Mirbeth.
Nach Vorstands-Angaben fanden im vergangenen Jahr weitere Immobilien-Projekte der VR Bayern-Mitte ihren Abschluss. In Nürnberg sei ein Appartment-Haus mit 42 Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen sowie Gewerbe-Flächen im Erdgeschoss übergeben worden; auf einer Fläche von über 2000 Quadratmetern vermiete man hier in hochattraktiver Lage am Einfallstor zur Innenstadt teilmöblierte Einheiten. In Rohrbach im Kreis Pfaffenhofen seien zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zwölf Wohnungen im Juni vergangenen Jahres übergeben worden; zehn Doppelhaus-Hälften und neun Reihenhäuser habe man im weiteren Verlauf des Jahres fertiggestellt und vermietet.

Der "Donau-Tower" in Ingolstadt.
Mit einem Foto-Wettbewerb lädt die Bank ihre Kunden jedes Jahr dazu ein, ihre schönsten selbst aufgenommenen Motive einzureichen. Die Resonanz ist nach Angaben des Geldinstituts groß. Zuletzt beteiligten sich mehr als 400 Personen. Aus allen Einsendungen wählt eine Jury jeweils zwölf Motive aus, die dann im darauf folgenden Jahr im Foto-Kalender der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte veröffentlicht werden. Die zwölf Gewinner erhalten jeweils eine Prämie in Höhe von 200 Euro. Darüber hinaus können sie einen Verein oder eine soziale Einrichtung ihrer Wahl benennen, die zusätzlich mit 500 Euro bezuschusst wird.
Die Unterstützung der Menschen in der Region sei der VR Bayern-Mitte schon immer ein wichtiges Anliegen, betont Streb. Gesellschaftliche Verantwortung sei fest im Selbstverständnis des Unternehmens verankert. Die Weißenburger Kinderstiftung unterstütze die Förderung rund um Kinder- und Jugendarbeit; sie vergebe jährlich an die als bedürftig erachteten Personen oder Einrichtungen finanzielle Mittel. Die Eichstätter Kulturstiftung fördere kulturelle Initiativen und trage dazu bei, die Vielfalt und Attraktivität des regionalen Kulturlebens zu sichern. Und mit der Stiftung für Musik-Jugend-Förderung in Pfaffenhofen würden musikalische Talente unterstützt und kreative Potenziale frühzeitig gefördert.
Durch dieses vielfältige Engagement übernehme man Verantwortung über das Kerngeschäft hinaus und leiste einen aktiven Beitrag zu einem lebendigen, solidarischen Miteinander, so Streb. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe man zudem wieder viele Vereine, Vereinigungen und Institutionen in der Region unterstützt. Alles in allem sei eine Spenden-Summe in Höhe von 420 000 Euro in die Region geflossen. Über einen Teil dieser Finanzspritzen sei im Rahmen der "Mitglieder-Spenden-Aktion" durch regionale Juroren entschieden worden. Für jedes Jahr, das das Geldinstitut besteht, stelle man im Zuge der letzt genannten Aktion 1000 Euro zur Verfügung. Im vergangenen Jahr, als die Bank ihr 130-jähriges Jubiläum feierte, wurden also allein auf diese Weise 130 000 Euro verteilt.





