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Vierbeiner wird in der Nähe von Hohenwart entdeckt und musste in der Vergangenheit wohl viele schlimme Dinge erleben. Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

(ty) Selbst für die hartgesottensten Tierschützer in der Herberge Pfaffenhofen ist dieser Fall nur schwer zu verkraften. Viel habe man dort schon gesehen, der aktuelle Fall einer Fundhündin übersteige nun aber das Vorstellbare. „Könnte ein Hund weinen – Klara würde es tun“, sagt eine Mitarbeiterin kopfschüttelnd. „Ich würde gleich mit ihr heulen.“ Gestern wurde Klara, so haben die Pfaffenhofener Tierherbergler sie genannt, gegen 1:30 Uhr in der Nacht in einem Wald nahe des Hohenwarter Klosterberges aufgelesen.

Das Opfer jüngster tierischer Vernachlässigung ist laut Tierschutzverein Pfaffenhofen eine schätzungsweise vier- bis sechsjährige Berner-Sennen-Hündin. Wegen ihrer schlechten Erscheinung wirke sie allerdings deutlich älter – wie häufig bei „vergessenen“ Tieren. „Allerdings“, so die Tierschützer weiter, „lassen ihre Zähne vermuten, dass sie doch recht jung ist. Sie war nicht gekennzeichnet, ihre einzigen Erkennungsmerkmale: Ein schwarzes Halsband und ein miserabler Gesundheitszustand.“

Der Verein erstattete bei der Polizei postwendend Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei. Begründung: erhebliche Vernachlässigung, strafbar nach Paragraf 1 und 2 des Tierschutzgesetzes. Klaras aktueller Gesundheitszustand wird unter anderem mit folgenden Worten beschrieben: „Das Fell weist großflächig kahle Stellen auf, die Haut ist deutlich sichtbar und weist hochgradige Entzündungen und diverse Verletzungen auf, die der Hund sich vermutlich durch sein ständiges Kratzen selbst beigebracht hat. Auch die Augen sind entzündet, am linken Auge sind Spuren einer älteren Verletzung erkennbar. Die Ballen an allen vier Pfoten sind so stark entzündet, dass der Hund kaum noch schmerzfrei auftreten beziehungsweise laufen kann.“

In den kommenden Tagen wird zusätzlich das Ergebnis eines tiermedizinischen Gutachtens erwartet. Der Hund dürfte in den vergangenen Wochen und Monaten viele Schmerzen gehabt haben. Dennoch ist er nach Angabe der Tierschützer erstaunlich zutraulich. Angelika Hiller kümmert sich unter anderem um die Hunde: „Klara ist so lieb, sie legte sofort ihren Kopf auf meine Beine. Unglaublich, nach all dem Erlebten. Allerdings darf man sie kaum irgendwo anfassen, weil sie bei jeder Berührung vor Schmerzen aufheult.“

Manuela Braunmüller ist die Vorsitzende des Tierschutzvereins Pfaffenhofen. Jetzt müsse das Elend wieder zu einem Hund werden, wieder hergestellt werden an Leib und Seele. Und natürlich müsse der Besitzer gefunden und verantwortlich gemacht werden. Deshalb habe der Verein gleichzeitig mit der Anzeige das Veterinäramt über den Fall informiert. „Theoretisch könnte der Besitzer bei uns auftauchen. Dann könnten wir nicht völlig ausschließen, dass wir das Tier zurückgeben müssen. Noch nicht. Deshalb haben wir das Veterinäramt gebeten, dass Klaras Besitzer entweder mit einem Haltungsverbot belegt wird oder in Zukunft wenigstens Tiere nur gegen strenge Auflagen und regelmäßige Kontrollen halten darf. Anderenfalls würde Klaras Leidensweg möglicherweise von vorne beginnen. Genau das wollen wir unter allen Umständen verhindern.“


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