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Christoph Putz holte einen Mann aus dessen brennendem Auto, Sebastian Werner schaufelte mit seinem Bruder einen Verschütteten frei – dafür wurden sie mit der bayerischen Rettungsmedaille geehrt

(ty) Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat im Rahmen einer Feierstunde die bayerische Rettungsmedaille an 87 Lebensretter aus dem ganzen Freistaat verliehen. Außerdem überreicht er 47 Personen die Christophorus-Medaille. Unter den Geehrten sind auch zwei aus dem Landkreis Pfaffenhofen: Christoph Putz aus Jetzendorf und Sebastian Werner aus Vohburg.

Putz hat am 12. Dezember vergangenen Jahres auf der A8 in Höhe Dasing bei einem Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen einen Mann aus dessen brennendem Pkw gerettet, heißt es aus der bayerischen Staatskanzlei. Trotz Feuer, Hitze und Rauch gelang es ihm, den Brand des Wagens mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig die herannahende Feuerwehr zutreffend zu informieren. So konnte der eingeklemmte und schwerst verletzte Autofahrer noch rechtzeitig befreit und ins Krankenhaus gebracht werden.

Sebastian Werner aus Vohburg hat zusammen mit seinem Bruder Klaus aus Rottenburg am 14. August 2012 in Vohburg einen in einer Grube verschütteten Mann gerettet. Dazu mussten die beiden selbst in die Grube steigen, um den Verunglückten freizuschaufeln, wobei ständig die Gefahr bestand, dass lockeres Erdreich nachrutschen könnte.

Sebastian Werner (links) und sein Bruder Klaus haben in Vohburg einen verschütteten Mann gerettet.

„Bayern ist stark, weil sich die Menschen in unserem Land nicht wegducken“, lobte Seehofer beim Festakt anlässlich der Medaillen-Verleihung in der Münchner Residenz. „Die Menschen sehen die Not anderer und sind auch bereit, Verantwortung für andere zu übernehmen. Dieser Zusammenhalt macht Bayern aus.“ Lebensretter, die hinschauen, sich für andere einsetzen und dabei nicht selten ihr Leben riskieren, seien große Vorbilder in der Gesellschaft, so Seehofer. „Selbstlose Rettung von Mitmenschen aus höchster Not verdient unser aller Dank und Anerkennung.“

Mit der bayerischen Rettungsmedaille wird ausgezeichnet, wer bei der Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr sogar sein eigenes Leben eingesetzt hat. Die jüngste Retterin ist hier die damals zehnjährige Sina Melanie Bergmann aus Ingolstadt, die älteste Retterin ist die damals 72-jährige Helga Krug aus Regensburg.

Wer jemanden unter besonders schwierigen Umständen aus Lebensgefahr rettet, erhält nach dem Gesetz über staatliche Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr eine öffentliche Belobigung und die Christophorus-Medaille. Die damals 14-jährige Laetitia Colacicco aus Haßfurt wurde hier als jüngste Lebensretterin ausgezeichnet. Ältester Retter ist der damals 61-jährige Helmut Kellner aus Sinzing.

Seit Schaffung der bayerischen Rettungsmedaille im Jahr 1952 haben bislang 4043 Personen diese Auszeichnung erhalten. Mit der Christophorus-Medaille, die erstmals 1983 vergeben wurde, sind bislang 1503 Personen geehrt worden. Im Anschluss an die Feierstunde lud Seehofer Lebensretter und Gerettete jeweils mit ihren Angehörigen zu einem Empfang. 


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