Nachdem er eine schwere Krankheit überwunden hat und nun auch klar im Amt bestätigt wurde, will Christian Keck (SPD) die Umsetzung seiner Agenda vorantreiben.
(ty) Mit seinen 30 Jahren ist er nach wie vor der jüngste Bürgermeister im Kreis Pfaffenhofen. Und trotzdem hat Christian Keck (SPD) nach nur einer Amtsperiode schon ausgesprochen viel hinter sich. Er war gerade mal 24, als ihm 2020 in der Stichwahl mit 61,3 Prozent ein beeindruckender Sieg gegen seinen CSU-Kontrahenten Hans Wolf gelang. Damit trat er die Nachfolge seines Vaters, Peter Keck, als Rathaus-Chef an. Gut zwei Jahre später erhielt der studierte Wirtschafts-Informatiker die Schock-Diagnose "Lymphdrüsen-Krebs". Doch er rappelte sich schnell wieder hoch und stand in dem sehr fordernden Job als Lenker einer 6000-Einwohner-Gemeinde mit zehn Ortsteilen offensichtlich so gut seinen Mann, dass er nun am 8. März mit 67,7 Prozent klar in seinem Amt bestätigt wurde. Was ihm dieser Vertrauens-Beweis bedeutet und welche Herausforderungen er in den kommenden sechs Jahren angehen will, erklärt Keck im Gespräch mit unserer Zeitung.
Im Gegensatz zu manch anderen Kommunen im hiesigen Landkreis sei der Urnengang in Rohrbach "keine Richtungs-Wahl" gewesen, sagt der SPD-Politiker rückblickend. Den deutlichen Sieg gegen seinen Herausforderer Tobias Schmitz (FW), der auf 32,3 Prozent der Stimmen kam, bewertet Keck als Bestätigung seiner Arbeit in den vergangenen sechs Jahren. Etliches von seiner Agenda "Rohrbach 2038", mit der er im Jahr 2020 gestartet sei, habe man schon umsetzen können. Viele der Projekte, die man im vergangenen Jahr und heuer planerisch auf den Weg gebracht habe, werde man in den nächsten Jahren umsetzen. Die Ganztages-Schule sei für die Gemeinde "ein Riesen-Thema", weitere große Vorhaben seien der Neubau eines Feuerwehrhauses und die Unterstützung des schwer vom Hochwasser geschädigten TSV Rohrbach beim Neubau einer Sport-Anlage.
Das seien augenblicklich die großen Themen – neben Dauer-Baustellen Straßen, Kanal und Wasser, die für ihn, wie er sagt, zum Alltag gehören. Das für ihn wichtigste Projekt in der neuen Amtsperiode sei, die Wasser-Versorgung mit der Ausweisung von Schutzgebieten für zwei Brunnen-Standorte nach etlichen baulichen Maßnahmen nun auch rechtlich auf neue Füße zu stellen, sagt der Rathaus-Chef. Die vor sechs Jahren aufgestellte und vor dem jüngsten Urnengang nochmals aktualisierte Agenda "Rohrbach 2038" diene ihm als Leitbild. Als Oberhaupt einer Gemeinde wolle er sich auch am Erreichen dieser Ziele messen lassen, so der 30-Jährige. Sehr am Herzen liege ihm die Mitwirkung der Ortsbewohner in den verschiedenen Bürger-Arbeitskreisen. Dieses "Erfolgs-Modell" wolle er auf jeden Fall fortsetzen.
Finanziell sei die Gemeinde in den vergangenen Jahren mit solider Haushalts-Führung "ganz gut über die Runden gekommen". Auch im aktuellen Etat plane man wieder mit einem Überschuss, erklärt der Bürgermeister gegenüber unserer Redaktion. Am Kurs, die Schulden kontinuierlich abzubauen, möchte er festhalten. Kecks Plan ist es, im kommenden Herbst zusammen mit dem 20-köpfigen Gemeinderat, in dem nach dem Aus für die FDP neben CSU, FW und SPD nun erstmals auch die Grünen mit zwei Mandatsträger vertreten sind, eine Agenda für die nächsten Jahre festzulegen, die man dann "mit Sinn und Verstand" sowie Zug um Zug abarbeite werde. Sein Bestreben sei es, mit allen Gruppierungen am Ratstisch gut zu kooperieren.
Er sei gerne Bürgermeister, sagt der Sozialdemokrat. Die Arbeit zum Wohle der Gemeinde, aber auch die Tätigkeit als wiedergewähltes Mitglied des Kreistags-Gremiums, mache ihm viel Freude. Von seiner schweren Erkrankung vor rund vier Jahren seien ihm glücklicherweise "keine bleibenden Einschränkungen" geblieben. Eines habe er von dieser schweren Zeit aber mitgenommen, sagt Keck: Er nehme manches ein bisschen gelassener als früher.
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