AfD erringt etliche Mandate dazu, alle anderen Fraktionen büßen je einen Sitz ein, CSU bleibt klar stärkste Riege, JFL/JU und Linke ziehen neu ins Gremium ein.
(ty) Einige nicht unrelevante Verschiebungen bei den politischen Kräfte-Verhältnissen hat am gestrigen Sonntag die Kreistags-Wahl im Landkreis Pfaffenhofen gebracht. Am meisten zugelegt in dem 60-köpfigen Gremium hat die AfD, die 13,8 Prozent der Stimmen errang und damit die Zahl ihrer Sitze von drei beziehungsweise vier auf künftig acht deutlich steigern konnte. Alle anderen bereits im Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen verloren gegenüber der Wahl vor sechs Jahren jeweils ein Mandat. Neu hinzugekommen sind indes das CSU-nahe Bündnis aus "Junge- und Familienliste" (JFL) und Junger Union (JU) sowie "Die Linke". Nachfolgend die Details sowie Grafiken zu Stimmen- und Sitz-Verteilung.
Die Frage, wer dem neuen Pfaffenhofener Kreistag in den kommenden sechs Jahren als Landrat vorstehen wird, ist, wie bereits berichtet, noch nicht beantwortet. Die Entscheidung muss diesbezüglich eine Stichwahl am 22. März ergeben, bei der sich der bisherige Amtsinhaber Albert Gürtner (FW) und sein größter Herausforderer Andreas Aichele (CSU) gegenüberstehen. Gürtner landete gestern im ersten Wahlgang als Erstplatzierter eines sieben-köpfigen Bewerberfeldes bei 34 Prozent, Aichele schloss knapp dahinter mit gut 32 Prozent. Lesen Sie dazu auch: Wer wird Landrat im Kreis Pfaffenhofen? Gürtner und Aichele in der Stichwahl

Stimmen-Verteilung bei der gestrigen Wahl des Kreistags in Prozent.
Die Ergebnisse der Kreistags-Wahl nach derzeitigem Stand im Einzelnen: Die CSU-Fraktion büßt mit einem Ergebnis von 29,3 Prozent formal einen ihrer bislang 19 Sitze ein, bleibt aber mit 18 Mandaten klar die größte Riege. Verstärkung werden die Christsozialen außerdem in den nächsten sechs Jahren von zwei JFL/JU-Vertretern bekommen, sodass sie unterm Strich ein Mandat gewonnen haben. Diese neue Liste errang gestern immerhin 2,7 Prozent. Für die Freien Wähler votierten gestern 19,0 Prozent der Stimmberechtigten, was bei den Mandaten eine Reduktion von zwölf auf elf bedeutet.
Drittstärkste Kraft im Kreistag von Pfaffenhofen ist angesichts des gestrigen Ergebnisses von 13,8 Prozent der Stimmen mit künftig acht Sitzen die AfD. Vor sechs Jahren hatte die "Alternative für Deutschland" bekanntlich vier Mandate errungen – Alois Federl ist aber seit geraumer Zeit nicht mehr Mitglied der AfD-Riege, sondern fraktionslos. Von acht auf sieben Kreisräte schrumpft die SPD-Fraktion wegen der gestern eingefahrenen 12,1 Prozent. Die Grünen kamen gestern auf 9,3 Prozent und bekleiden damit künftig nur noch sechs statt derzeit sieben Mandate.

Sitz-Verteilung im künftigen Kreistag.
Die "Bürgerliste", die gestern zum zweiten Mal bei einer Kreistags-Wahl angetreten war, holte diesmal 6,0 Prozent – damit verkleinert sich ihre Fraktion von fünf auf vier Personen. Die ÖDP konnte 3,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und wird damit im neuen Kreistag nur mehr von zwei statt bislang drei Leuten vertreten. Die FDP musste sich mit 1,8 Prozent der Stimmen begnügen, das kostet den Liberalen einen der bislang zwei Sitze. Neu in den Kreistag zieht "Die Linke" ein: Die gestern erreichten 2,4 Prozent bescherten ihr ein Mandat. Lesen Sie auch: Diese 60 Frauen und Männer wurden in den neuen Pfaffenhofener Kreistag gewählt
Was bedeuten die genannten Veränderungen und die neuen Verhältnisse für das Macht-Gefüge im 60-köpfigen Kreistag? Rein Rechnerisch braucht der Landrat für eine politische Mehrheit inklusive seiner eigenen Stimme als Vorsitzender des Gremiums mindestens 31 Stimmen. Dafür sind, wie ein Blick auf die obige Grafik mit der neuen Sitz-Verteilung zeigt, einige Konstellationen denkbar. Doch lässt sich über eventuelle Mehrheiten gegenwärtig nur spekulieren. Denn zunächst muss der Landrat gewählt werden. Und zu dessen vornehmlichen Aufgaben zählt es dann wohl erst einmal, sich Partner mit ins Boot zu holen, um möglichst stabile Mehrheiten für wichtige Entscheidungen zu haben. Im scheidenden Kreistag hat unter der Regie von Landrat Gürtner eine "Bunte Koalition" aus Freien Wähler, SPD, Grünen, Bürgerliste und ÖDP das Sagen.

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