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"Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz" erhält Förder-Bescheid über gut 500.000 Euro. Zusammenschluss steht mittlerweile für rund 220.000 Menschen in 27 Kommunen.

(ty) Der bayerische Digital-Minister Fabian Mehring (FW) hat der "Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz e.V." (Arge) einen Förder-Bescheid in Höhe von 505 750 Euro überreicht. "Die Mittel, die dem bayerischen Staatsministerium für Digitales im Rahmen einer Fraktions-Initiative der Freien Wähler zur Verfügung gestellt wurden, fließen in den Aufbau eines KI-gestützten Echtzeit-Frühwarn-Systems entlang des Flusses Paar", teilte die Arge heute in einer Presse-Erklärung mit. "Im Einzugs-Gebiet der Paar werden hierfür Sensoren für Wetter, Flusspegel und Bodenfeuchte installiert. Diese Daten werden mit Satelliten-Daten zusammengeführt und mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet."

Ziel ist es den Angaben zufolge, Hochwasser-Lagen früher zu erkennen, Einsatzkräfte rechtzeitig zu alarmieren und die Bevölkerung präziser zu warnen – über einen Mehrkanal-Ansatz mit App, SMS, E-Mail sowie Anbindung an das "Modulare Warnsystem" (Mowas). "Extremwetter-Lagen nehmen wegen des Klimawandels massiv zu – daraus ziehen wir die richtigen Konsequenzen und rüsten uns mit modernster Technik", betonte Minister Mehring bei der Übergabe des Förder-Bescheids.

Moderner Hochwasserschutz muss seinen Worten zufolge digital, vernetzt und vorausschauend organisiert werden. Klar sei: "Wir können Starkregen und Hochwasser nicht verhindern. Unser Ziel heißt: Schaden vermeiden, bevor er entsteht – durch intelligente Vorsorge mit digitalen Lösungen. Auf Basis von Sensorik und künstlicher Intelligenz bauen wir entlang der Paar ein bundesweit einzigartiges Frühwarnsystem auf, mit dem wir entscheidende Stunden gewinnen, um die Menschen und ihr Hab und Gut zu beschützen."

Die "Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz" steht dabei laut Mehring beispielhaft für einen neuen, solidarischen Ansatz des Hochwasserschutzes – über Gemeinde- und Landkreis-Grenzen hinweg. "Im Schulterschluss mit diesem so besonderen Bündnis setzen wir auf innovative Technologien und sorgen gemeinsam für mehr Klimaresilienz und Katastrophenschutz in Bayern", so der Minister weiter. "Unsere Botschaft lautet: In Bayern ist Digitalisierung kein Selbstzweck. Im Freistaat setzen wir digitale Innovation ganz konkret ein, um Menschen, Eigentum, Infrastruktur und Umwelt zu beschützen. Dank der politischen Unterstützung einer ganzen Region setzen wir dabei mit unserem Projekt an der Paar bundesweite Maßstäbe."

Der Pfaffenhofener Landrat Albert Gürtner (FW), Vorsitzender der Arge, unterstreicht die Bedeutung der Förderung: "Das Extrem-Hochwasser im Frühjahr 2024 mit Millionenschäden und tragischen Todesfällen war ein unmissverständlicher Weckruf. Mit unserer Arbeits-Gemeinschaft haben wir den Hochwasserschutz entlang der gesamten Paar neu aufgestellt – solidarisch, flussgebietsweit und über alle kommunalen Grenzen hinweg, von der Quelle bei Kaltenberg bis zur Mündung in die Donau."

Gürtner weiter: "Mit moderner Sensorik und künstlicher Intelligenz schaffen wir die Grundlage für frühere Warnungen, schnellere Reaktionen und einen wirksameren Schutz von Menschen und Sachwerten." Dass der Freistaat diesen Weg unterstütze, sei ein starkes Signal. "Staatsminister Fabian Mehring hat sich von Beginn an klar hinter die Arge gestellt – dafür danke ich ihm und seinem Haus ausdrücklich. Gemeinsam erhöhen wir die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unserer gesamten Region."

Auch die Gemeinden vor Ort sollen unmittelbar vom Zusammenschluss in der Arge profitieren. Andreas Wiesner (FW), stellvertretender Vorsitzender der Arge und Bürgermeister der Mitglieds-Kommune Dasing, erklärt: "Für Dasing bedeutet die Mitgliedschaft in der Arge einen echten Sicherheitsgewinn. Hochwasser macht nicht an Gemeinde-Grenzen halt – deshalb ist der solidarische Ansatz entlang des gesamten Flusslaufs der richtige Weg. Durch das gemeinsame Frühwarnsystem erhalten wir präzisere Prognosen und längere Vorwarnzeiten, die unseren Einsatzkräften und Bürgerinnen und Bürgern konkret helfen."

Die "Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz e.V." ist nach eigenem Bekunden ein kommunaler Zusammenschluss von derzeit 27 Städten und Gemeinden entlang der Paar aus den vier Landkreisen Pfaffenhofen an der Ilm, Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Landsberg am Lech. Sie repräsentieren laut Arge-Angaben rund 220 000 Einwohner auf einer Fläche von über 1000 Quadratkilometern. Das Bündnis entstand als Reaktion auf das Extrem-Hochwasser 2024 und verfolgt das Ziel, "Hochwasser-, Starkregen- und Trockenheits-Risiken durch solidarische Zusammenarbeit nachhaltig zu reduzieren".

Als zentraler Baustein der Gesamt-Strategie gilt der Aufbau des nun geförderten Echtzeit-Frühwarn-Systems. "Durch digitale Daten-Integration, KI-basierte Analyse, die Einbindung der Rettungskräfte und eine partizipative Bürger-Kommunikation sollen präzise Warnungen ermöglicht werden, die Schäden minimieren und die Klimaresilienz der Region langfristig stärken", heißt es aus der Arge.

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