Angeführt wird die 60-köpfige Riege von Landrats-Kandidatin Bettina Markl. Dahinter die stellvertretende Landrätin Kerstin Schnapp, Paula Stahl und Wilhelm Reim.
(ty) Die Grünen im Landkreis Pfaffenhofen haben ihre Bewerberinnen und Bewerber für die im März stattfindende Kreistagswahl nominiert. Angeführt wird die 60-köpfige Riege von drei Frauen. Listenführerin ist Bettina Markl aus Baar-Ebenhausen; die Kreisvorsitzende der Partei war bekanntlich bereits im Sommer zur Landrats-Kandidatin gekürt worden. Auf Platz zwei folgt Kerstin Schnapp aus Pfaffenhofen; sie ist bekannt als stellvertretende Landrätin. Listenplatz drei belegt Paula Stahl aus Pfaffenhofen, Sprecherin der hiesigen Grünen-Jugend. Kreisrat Wilhelm Reim aus Gerolsbach, Co-Kreischef der Grünen, folgt auf Platz vier. Die komplette Liste lesen Sie am Ende dieses Beitrags.
Nach eigenem Bekunden setzen die Grünen mit ihrer Liste "auf weibliche Führung und eine Mischung aus erfahrenen Mandatsträgern und neuen Gesichtern". Auf den weiteren Plätzen finden sich einige amtierende Kreisräte und Gemeinderäte – darunter beispielsweise Brigitta Winkelmann aus Baar-Ebenhausen (Platz sieben), Reno Wohlschläger aus Pfaffenhofen (Platz acht), Josef Breitsameter aus Scheyern (Platz 14), André Klimsch aus Jetzendorf (Platz 16), Quirin Schratt aus Pfaffenhofen (Platz 18), Karin Sedlmeier aus Wolnzach (Platz 19), Alice Siebel aus Reichertshausen (Platz 23) und der Pfaffenhofener Vize-Bürgermeister Roland Dörfpler (Platz 60). Ein junges Gesicht rangiert mit Stefan Rädlein aus Rohrbach auf Platz sechs.
Ettenhuber wechselt zur SPD
Auch die bisher feststehenden Bürgermeister-Kandidatinnen der Grünen sehen sich vertreten: Margaretha Bauernfeind aus Manching (Platz fünf), Felicia Stolfig aus Geisenfeld (Platz neun) und Heidi Grund-Thorpe aus Schweitenkirchen (Platz elf). Nicht mehr dabei ist dagegen Norbert Ettenhuber aus Baar-Ebenhausen (61), langjähriger Kreisrat sowie in den Jahren 2011 und 2017 jeweils Landrats-Kandidat der Grünen. Er hat – wie gestern bekannt gegeben wurde – seine politische Heimat verlassen und sich mit sofortiger Wirkung den Sozialdemokraten im Landkreis angeschlossen. Er will erneut ein Kreistags-Mandat erringen, diesmal aber für die SPD. Lesen Sie dazu: Kreisrat Norbert Ettenhuber verlässt die Grünen und schließt sich der SPD an.
"Im Frühsommer haben wir einen Prozess direkt an der Basis gestartet, um Mitglieder einzubinden, Interessen abzufragen und zur Kandidatur zu motivieren", erklärt Bettina Markl. "Das Ergebnis: viele junge und neue Gesichter. Unsere Partei ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat sich mehr als verdoppelt." Die nun aufgestellte Kreistags-Liste decke nahezu den gesamten Landkreis ab – von Münchsmünster über Rohrbach bis Gerolsbach. "Die regionale Abdeckung ist so gut wie nie zuvor", betont Markl und kündigt an: "Vor der Kommunalwahl wollen wir weitere Ortsverbände gründen." Grün sei die Alternative zu Blau, heißt es aus dem Kreisverband – und man spüre in allen Gemeinden, dass das Angebot der Grünen dankbar angenommen werde.
"Besser als die jahrzehntelange CSU-Dominanz"
Markl, Schnapp & Co. verweisen auf die aus ihrer Sicht verbuchten Erfolge des "Bunten Bündnisses" im Kreistag, dem unter der Regie von Landrat Albert Gürtner (FW) neben den Freien Wählern auch die Grünen, die Bürgerliste, die SPD und die ÖDP angehören. Die Grünen verweisen auf den Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV), das Kommunal-Unternehmen für bezahlbare Energie, die Einführung der "Gelben Tonne" für bessere Recycling-Quoten, die Pflegeschule gegen den Fachkräfte-Mangel sowie die Gründung eines Landschafts-Pflege-Verbands. "Trotz Kritik ist das besser als die jahrzehntelange CSU-Dominanz", so Schnapp.
"Die Grünen wollen das Bündnis daher fortsetzen und die Erfolge halten und ausbauen", heißt es in einer aktuellen Presse-Mitteilung. Beim ÖPNV dürfe nicht gespart werden und die Ilmtalklinik müsse in kommunaler Hand bleiben, betonen die Landkreis-Grünen. Im Zukunfts-Programm der "Bunten Koalition" seien noch ein paar Punkte offen – da werde man dranbleiben, denn es gehe immer noch besser, so Markl. Wohnen müsse auch jenseits von Flächen-Verbrauch bezahlbar werden. Deshalb wollen sich die Grünen nach eigenem Bekunden stark machen für mehr genossenschaftlichen und sozialen Wohnungsbau und sowohl Kommunen, als auch interessierten Bürgern beratend und unterstützend zur Seite stehen.
Für drittes Gymnasium
Unterstrichen wird von Seiten der Grünen auch die Wichtigkeit eines dritten Gymnasiums im Landkreis: Das müsse gebaut werden, da jetzt die Fördermittel "auf der Straße liegen" und man nur so nicht den mittleren Bildungsweg überlaste sowie Kindern Wahlfreiheit gebe. Die regionale Wirtschaft, insbesondere die kleinen und mittleren Betriebe im Handwerk, lägen den Grünen besonders am Herzen. Diese litten vor allem darunter, Nachfolger zu finden – und dabei solle der Kreis stärker unterstützen, um die regionale Wirtschaftskraft zu stärken.
Der Schutz von Flächen und das Flächen-Sparen sei den Grünen seit jeher wichtig, unterstreichen Markl & Co. Dafür brauche es Management im Landkreis sowie innovative Lösungen für Wohnen und Wirtschaft – schließlich seien gute, nicht versiegelte Böden auch aktiver Hochwasserschutz.
"Wir wollen eine Politik für alle Generationen, die alle einbindet – von jung bis alt. Denn das Leben vor Ort für alle zu verbessern und sie enger in demokratische Prozesse einzubinden, ist der beste Schutz vor den Allmachts-Fantasien von Demokratie-Feinden", fasst Landrats-Kandidatin Markl zusammen. Dafür müsse sich der Pfaffenhofener Kreistag stärker öffnen für die Stimmen der Bevölkerung, vor allem der Jugend, die mit den Entscheidungen noch lange leben werde.
Die Kreistags-Liste der Grünen:
1 Bettina Markl, Baar-Ebenhausen
2 Kerstin Schnapp, Pfaffenhofen
3 Paula Stahl, Pfaffenhofen
4 Wilhelm Reim, Gerolsbach
5 Margaretha Bauernfeind, Manching
6 Stefan Rädlein, Rohrbach
7 Brigitta Winkelmann, Baar-Ebenhausen
8 Reno Wohlschläger, Pfaffenhofen
9 Felicia Stolfig, Geisenfeld
10 Sebastian Seitz, Geisenfeld
11 Heidi Grund-Thorpe, Schweitenkirchen
12 Michael Euringer, Scheyern
13 Barbara Nowak, Reichertshausen
14 Josef Breitsameter, Scheyern
15 Barbara Wohlschläger, Pfaffenhofen
16 André Klimsch, Jetzendorf
17 Konny Haslbeck, Pfaffenhofen
18 Quirin Schratt, Pfaffenhofen
19 Karin Sedlmeier, Wolnzach
20 Thomas Köll, Manching
21 Gabi Schneider, Jetzendorf
22 Thomas Pilawa, Geisenfeld
23 Alice Siebel, Reichertshausen
24 Richard Zeitler, Pfaffenhofen
25 Elena Schenkel, Scheyern
26 Günter Wiegel, Schweitenkirchen
27 Daniela Hahn, Rohrbach
28 Dirk Gesenhues, Reichertshausen
29 Brigitte Schelle-Mayr, Reichertshausen
30 Peter Boeddeker, Pörnbach
31 Julia Lob, Pfaffenhofen
32 Frieder Vocht, Manching
33 Isabell Steurer, Gerolsbach
34 Georg Mayer, Pfaffenhofen
35 Ricarda Geiger, Hohenwart
36 Christian Gieseke, Pfaffenhofen
37 Silke Eberhardt, Geisenfeld
38 Luis Ponta, Ilmmünster
39 Sylvie Fröhlich, Vohburg
40 Günter Helmbrecht, Pfaffenhofen
41 Antje Rumpf, Jetzendorf
42 Josef Schweigard, Reichertshofen
43 Verena Seitz, Geisenfeld
44 Patrick Müller, Hettenshausen
45 Elke Unland, Münchsmünster
46 Peter Schmitz-Valckenberg, Reichertshausen
47 Ulrike Mayer, Pfaffenhofen
48 Florian Lux, Scheyern
49 Gerda Einödshofer, Scheyern
50 Mica Zeitz, Reichertshofen
51 Annelore Zimmermann, Reichertshofen
52 Hermann Schrag, Reichertshausen
53 Julia Reim, Gerolsbach
54 Robert "Dackel" Hirmer, Vohburg
55 Ina Steils, Wolnzach
56 Tom Kupka, Wolnzach
57 Paula Schaipp, Pfaffenhofen
58 Christian Trox, Pfaffenhofen
59 Bärbel Vocht, Manching
60 Roland Dörfler, Pfaffenhofen
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