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Angeführt wird die Bewerber-Riege von Michael Franken, Rathaus-Chef in Reichertshofen. Dahinter: Vize-Landrat Karl Huber und Gabi Kaindl. Auch dabei: Ex-Landrat Josef Schäch.

(ty) Die "Bürgerliste Landkreis Pfaffenhofen" hat ihre Kandidaten für die im März stattfindende Kreistagswahl einhellig beschlossen und damit nach eigenem Bekunden auch den Startschuss für den Wahlkampf gegeben. Angeführt wird die 60-köpfige Riege von Michael Franken, Fraktions-Sprecher der Gruppierung im Kreistag und Bürgermeister von Reichertshofen. Auf Rang zwei folgt der aktuelle Vize-Landrat Karl Huber, der bekanntlich in seiner Heimat-Gemeinde für die Gruppierung "Ernsgaden Miteinander" als Bürgermeister-Kandidat antritt. Rang drei belegt Gabi Kaindl, Vize-Bürgermeisterin von Schweitenkirchen. Dahinter rangieren Paul Weber, Rathaus-Chef von Geisenfeld, und Andreas Meyer, Gemeinde-Oberhaupt von Münchsmünster. Die komplette Liste lesen Sie am Ende dieses Beitrags.

Rund 40 Bewerberinnen und Bewerber waren der Einladung von "Bürgerlisten"-Chef Armin Geisse zur Aufstellungs-Versammlung in Schweitenkirchen gefolgt. In seinem Rückblick würdigte er die Entwicklung der Gruppierung seit ihrer Gründung vor sechs Jahren und hob deren besondere Stellung im politischen Gefüge des Landkreises hervor: Die "Bürgerliste" sei heute "eine konservativ-liberale kommunale Kraft, die unabhängig von Partei-Zentralen in München oder Berlin arbeitet".

Gerade diese Freiheit ermögliche es, "verlässliche und sachorientierte Politik" zu gestalten, so Geisse. Klar stellte er heraus, dass extremistische oder menschenfeindliche Positionen "keinen Platz in unserer politischen Arbeit haben – egal aus welcher Richtung". Die vorgestellte Kreistags-Liste umfasse eine "repräsentative Mischung aus langjährigen Kommunalpolitikern und engagierten neuen Kräften", die ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit aussende, so der Bürgerlisten-Vorsitzende.

Fraktions-Chef Franken beleuchtete die aktuelle Lage der Kommunalpolitik im Landkreis und fand deutliche Worte. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung machte er auf die Belastung der Gemeinden aufmerksam: "Wir erleben eine Krisendichte, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr kannten. Seit drei Jahren befinden wir uns in einer wirtschaftlichen Abschwung-Situation – und die Auswirkungen treffen am Ende immer die Städte, Märkte und Gemeinden." Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, bräuchten sie einen verlässlichen finanziellen Ausgleich.

Die Finanzlage zahlreicher Kommunen bezeichnete er als höchst Besorgnis erregend. Besonders die stetig steigenden Ausgaben in verschiedenen Bereichen sowie die Zunahme der Schulden beim Landkreis seien eine "tickende Zeitbombe", die bereits mehrere Kommunen und letztendlich auch den Kreis an die Grenzen bringe. "Wir haben kein Einnahmen-, sondern eine Ausgaben-Problem", befand Franken und verwies auf immer neue Leistungs-Gesetze, die "vom Staat beschlossen werden und von uns zu bezahlen sind". Hier müsse mehr finanzieller Ausgleich aus Berlin und München fließen oder man müsse die Ausgaben begrenzen, wo es möglich und zumutbar sei.

Vize-Landrat Karl Huber kandidiert bei der Kreistagswahl auf Listenplatz zwei für die "Bürgerliste". In Ernsgaden will er noch einmal Erster Bürgermeister werden; dieses Amt bekleidete er bereits von 1996 bis 2020.

Die Rolle der "Bürgerliste" innerhalb der "Bunten Koalition" im Kreistag – der unter der Regie von Landrat Albert Gürtner (FW) außerdem die Freien Wähler, die SPD, die Grünen und die ÖDP angehören – betonte Franken. Seine Fraktion habe wichtige politische Vorhaben kritisch-konstruktiv begleitet und stehe unverändert zu jenen Zusagen, die zu Beginn der Wahlperiode gegenüber den Bürgern gemacht worden seien. Sein besonderer Dank galt seinen Fraktions-Kollegen – Karl Huber, Gabi Kaindl, Paul Weber und Andreas Meyer – für deren "loyale, engagierte und effektive Arbeit".

Vize-Landrat Karl Huber nutzte seine Rede, um eine Gesamt-Bilanz seiner bisherigen Amtszeit zu ziehen sowie die zentralen Herausforderungen im Landkreis einzuordnen. Themen wie Gesundheits-Versorgung, Bildungs-Infrastruktur, Wohnraum-Entwicklung, Familien- und Sozialpolitik oder Mobilität stünden im Mittelpunkt seiner täglichen Arbeit. Huber betonte, dass sich die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemlagen zunehmend verdichten: "Die Herausforderungen schlagen letztlich immer bei den Kommunen und beim Landkreis auf."

Vor allem die Situation im Gesundheitswesen stelle den gesamten Landkreis vor große Aufgaben, so Huber weiter. Die Kooperation der Klinik-Standorte könne nur funktionieren, "wenn die Ursachen strukturiert angegangen werden". Unterstützung aus der Region sei dabei leider nicht überall gegeben. Wohnungs-Politik bezeichnete er als "Schlüsselfrage für den sozialen Frieden". Jede einzelne Baugenehmigung sei für junge Familien wichtig, um Eigentum oder bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Bau- und Wohnungs-Krise sei über viele Jahre "von der großen Politik verursacht worden – mit massiven Folgen für Mieten, Baupreise und die soziale Stabilität". Was Baugenehmigungen betreffe, habe er sich in vielen Einzelfällen eingesetzt, um tragfähige Lösungen zu finden.

Deutlich kritisierte Huber die überbordende Bürokratie: "Die Menschen sind zum Teil sehr frustriert. Wir müssen jeden Spielraum nutzen, um bürgerfreundliche Entscheidungen zu treffen." Seine politische Grundhaltung fasste er in wenigen Sätzen zusammen: Sicherheit, Ordnung, sozialer Ausgleich und größtmögliche Freiheiten für die Bürger. Die "Bürgerliste" sei hierfür "gut gerüstet, erfahren und klar positioniert: pragmatisch, faktenorientiert und ohne ideologische Scheuklappen".

Gabi Kaindl, Vize-Bürgermeisterin von Schweitenkirchen, tritt bei der Kreistagswahl auf Listenplatz drei für die "Bürgerliste" an. Links neben ihr Baris Basaran (Listenplatz 18), der in Schweitenkirchen für den örtlichen "Bürgerblock" (BBS) den Chef-Sessel im Rathaus erobern will.

Der formelle Teil der Versammlung wurde geleitet von Michael Franken. Die Bewerberinnen und Bewerber stellten sich persönlich vor, ehe die Liste einhellig verabschiedet wurde. "Wir können mit großem Vertrauen in die Qualität und Breite unserer Liste gehen", so Franken. Kommunalpolitik bedeute, Entscheidungen des Alltags zu treffen – gerade dafür brauche es Fachwissen, Bodenhaftung und Verantwortungs-Bewusstsein. Auf Platz 60 der Liste rangiert Josef Schäch, ehemaliger Rathaus-Chef von Wolnzach und ehemaliger Landrat von Pfaffenhofen sowie aktueller Vize-Bürgermeister von Wolnzach. Lesen Sie dazu: Schäch schließt Kandidatur für Landrats- oder Bürgermeister-Posten nicht aus

Die Kreistags-Kandidaten der "Bürgerliste":

1. Michael Franken, Reichertshofen
2. Karl Huber, Ernsgaden
3. Gabi Kaindl, Schweitenkirchen
4. Paul Weber, Geisenfeld
5. Andreas Meyer, Münchsmünster
6. Konrad Pflügl, Vohburg
7. Brigitte Hackl, Wolnzach
8. Erwin Renauer, Reichertshausen
9. Armin Geisse, Münchsmünster
10. Thilo Bals, Manching
11. Annette Schütz-Finkenzeller, Gerolsbach
12. Katharina Missbrandt, Baar-Ebenhausen
13. Wolfgang Inderwies, Scheyern
14. Stefan Hufnagel, Ernsgaden
15. Sandra Redl, Pörnbach
16. Hans Wojta, Hettenshausen
17. Andrea Konn, Rohrbach
18. Baris Basaran, Schweitenkirchen
19. Wolfgang Reichart, Münchsmünster
20. Klaus Semmler, Manching
21. Xaver Dietz, Vohburg
22. Jürgen Kreitmayer, Münchsmünster
23. Anja Kothmeier, Reichertshofen
24. Manfred Sterz, Scheyern
25. Beatrix Heidenkampf, Geisenfeld
26. Josef Reili, Reichertshausen
27. Katharina Lemle, Schweitenkirchen
28. Theresa Huber, Ernsgaden
29. Herbert Schweiger, Manching
30. Martin Schlicht, Wolnzach

 

31. Christiane Roth, Reichertshofen
32. Dirk Börner, Hettenshausen
33. Thomas Felbermeier, Geisenfeld
34. Christine Bayerl, Reichertshofen
35. Lorenz Dick, Reichertshausen
36. Hans Klinger, Münchsmünster
37. Josef Siegmund, Wolnzach
38. Markus Kohl, Manching
39. Juliane Rieger, Pörnbach
40. Christopher Reith, Geisenfeld
41. Evi Feigl, Münchsmünster
42. Petra Weissbacher, Schweitenkirchen
43. Rita Janezak, Wolnzach
44. Christian Kleinheinz, Reichertshausen
45. Thomas Mühlbauer, Hettenshausen
46. Horst Sommerer, Manching
47. Horst Korger, Wolnzach
48. Thomas Langenecker, Reichertshofen
49. Alexander Galler, Geisenfeld
50. Benedikt Bayerl, Manching
51. Janina Kaindl, Schweitenkirchen
52. Günter Hufnagl, Manching
53. Thomas Lönner, Reichertshausen
54. Gernot Trapp, Wolnzach
55. Herbert Wiedemann, Geisenfeld
56. Hubert Weber, Reichertshofen
57. Mathias Esser, Wolnzach
58. Bernd Weitzel, Reichertshausen
59. Ute Geisse, Münchsmünster
60. Josef Schäch, Wolnzach

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