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Andreas Tiete, Chef des Klinikums in Ingolstadt, spricht von bedrückender Lage. In seinem Haus wurden bereits mehr als 1000 Corona-Patienten behandelt.

(ty) Seit Beginn der Pandemie Anfang des vergangenen Jahres hat das Klinikum in Ingolstadt nach eigenen Angaben mehr als 1000 Covid-19-Patienten auf seinen Infektions- und Intensiv-Stationen behandelt. "Mehr als 750 von ihnen lagen und liegen auf Normal-Stationen, knapp 250 benötigten intensiv-medizinische Versorgung", wurde heute erklärt. Außerdem veröffentlichte das Krankenhaus konkrete Zahlen zur Alters-Struktur der behandelten Corona-Patienten (siehe unten). Andreas Tiete, ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Klinikums, ist sich sicher: Viele der jüngst entstandenen Infektionen seien definitiv vermeidbar. Und seiner Ansicht nach gibt es zwei Wege, die Wucht der vierten Welle zu brechen.

Die heute dargelegten Zahlen "beweisen, welche große Leistung das ärztliche und pflegerische Personal in den vergangenen knapp zwei Jahren erbracht hat", erklärt Tiete. Sein großer Dank gelte allen Beschäftigten des Klinikums für ihr hohes Engagement und ihre beeindruckende Flexibilität. "Vor wenigen Tagen haben wir innerhalb von nur 24 Stunden sechs Betten für Intermediate-Care auf einer stillgelegten Station in Betrieb genommen, um die Intensiv-Stationen zu entlasten", berichtet er: Pflege, Technik, IT und ärztlicher Dienst hätten hier gemeinsam mit weiteren Berufsgruppen sehr schnell gehandelt. "Dass gerade jetzt so viele Menschen so schwer erkranken, dass sie bei uns stationär aufgenommen werden müssen, ist für mich sehr bedrückend", so Tiete. "Denn viele der jüngst entstandenen Infektionen sind definitiv vermeidbar."

 

"In Ingolstadt werden bei der derzeitigen Infektionslage jeden Tag durchschnittlich ein bis zwei Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion sterben", prophezeit der Klinik-Chef und führt weiter aus: "Es gibt zwei Wege, die Wucht der vierten Welle zu brechen. Eine radikale Beschränkung der Kontakte in der Bevölkerung würde innerhalb weniger Tage Wirkung zeigen. Gleichzeitig müssen wir die verbliebenen Impf-Zögerer überzeugen und so schnell wie nur möglich impfen. Aber es dauert Wochen, bis sich ein Impfschutz aufbaut." Seine klare Botschaft lautet: "Jetzt darf kein Tag mehr verloren gehen, um das Gesundheits-System vor einer völligen Überforderung in den kommenden Wochen zu schützen."

Fast ein Viertel der bislang insgesamt 1002 im Klinikum von Ingolstadt behandelten Corona-Patienten war nach heutigen Angaben unter 50 Jahre alt: unter 20 Jahre alt waren 14 Patienten, 20 bis 29 Jahre waren 37 Patienten, 30 bis 39 Jahre waren 94 Patienten und 40 bis 49 Jahre alt waren 97 Patienten. In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen waren es 134 Patienten, 60 bis 69 Jahre waren 163, 70 bis 79 Jahre alt waren 161 und zwischen 80 und 89 Jahre alt waren 234. Ein Alter von 90 Jahren und mehr hatten 68 Corona-Patienten.

Auf vier Normal-Stationen, konzentriert auf den achten Stock des Klinikums, liegen derzeit Covid-19-Erkrankte. Diese Stationen stünden für die allgemeine Versorgung nicht mehr zur Verfügung. Außerdem seien drei von zehn Operationssälen geschlossen, um Kapazitäten für Corona-Patienten zu gewinnen.

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