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Von 54 ausgeschriebenen Plätzen im Landkreis waren zuletzt noch 24 zu vergeben, verdeutlicht die Gewerkschaft.

(ty) "Bauboom trifft auf Nachwuchs-Mangel" – so fasst die Industrie-Gewerkschaft "Bauen, Agrar, Umwelt" (IG Bau) die Situation zusammen. "Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs sind viele Baufirmen im Landkreis Pfaffenhofen vergeblich auf der Suche nach Azubis", schreibt die Gewerkschaft in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung und beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. "Danach blieben im Juli 44 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 54 ausgeschriebenen Plätzen im Landkreis waren noch 24 zu vergeben." Die Gewerkschaft: "Der Baubranche im Kreis Pfaffenhofen gehen die Azubis aus."

Michael Müller von der IG Bau in Oberbayern spricht von einem "Alarmsignal". Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräte-Führer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. "Aber nur wenn die Arbeits-Bedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen", glaubt der Gewerkschafter. In der laufenden Tarifrunde fordere die Gewerkschaft deshalb ein monatliches Einkommens-Plus von 100 Euro für alle Azubis.

Außerdem solle die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt werde. "Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können", so Müller. "Aber das klappt für die meisten Berufs-Einsteiger nur sehr selten." Diese Unzufriedenheit spiegle sich auch in einer hohen Abbrecher-Quote wider. "Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräfte-Report der Sozialkassen des Baugewerbes bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende."


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