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Er führte die Diözese, zu der auch Teile des Landkreises Pfaffenhofen gehören, von 1993 bis 2004. Heute Abend läuteten zum Zeichen der Trauer alle Glocken.

(ty) Der frühere Bischof von Augsburg, Viktor Josef Dammertz, ist tot. Wie aus dem Bistum Augsburg bekanntgegeben wurde, starb er heute am frühen Morgen in St. Ottilien im Alter von 90 Jahren. Dammertz, promovierter Kirchenrechtler, führte die Diözese, zu der auch Teile des Landkreises Pfaffenhofen gehören, von 1993 bis 2004. Diözesan-Administrator Bertram Meier, der designierte neue Bischof von Augsburg, bezeichnete Dammertz als "einen Bischof, der als guter Hirte aufmerksam auf die ihm anvertrauten Schafe gehört hat". Zum Zeichen der Trauer läuteten heute Abend um 18 Uhr im Bistum Augsburg für eine Viertelstunde alle Glocken in den Kirchen und Kapellen.

"Die Jahre seiner Amtszeit waren geprägt von seinem Einsatz für die Einheit unter den Gruppen und Strömungen, die es im Bistum gibt", so Meier. Seine benediktinische Spiritualität und sein Jahrzehnte langes Wirken auf internationalem Parkett hätten die Basis gebildet, auf der seine bischöfliche Amtszeit geruht habe. Der Anfang der Benediktsregel sei ihm Lebensmotto gewesen: Höre – nimm an – erfülle. "Bischof Viktor Josef Dammertz war ein Mann der eher leisen Töne, aber durchaus auch entschlossen, den Weg der entschiedenen Mitte zu gehen: seine Entscheidungen nach dem Kompass Jesus Christus auszurichten. Ich persönlich bin ihm sehr dankbar für die Wegbegleitung." 

Er habe ihn zum Stadtpfarrer und Dekan von Neu-Ulm ernannt, dann nach Rom an den Vatikan gesandt und ihn schließlich wieder in die Heimat zurückgerufen. "Von ihm habe ich gelernt, als Priester verfügbar und mobil zu bleiben", sagte Meier. Noch am vergangenen Freitag habe er ihn gemeinsam mit Domkapitular Harald Heinrich besucht. "Wir haben zusammen den Rosenkranz gebetet." Dammertz sei zwar schon sehr schwach gewesen, "aber er hatte noch die Kraft, ganz fest meine Hand zu drücken", berichtet Meier.

"Er sagte mir, sich schon so sehr auf meine Bischofsweihe zu freuen und mir die Hand auflegen zu wollen." Das sei ihm nun nicht mehr vergönnt. "Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Schwester, die ihm in der Zeit seines Ruhestands eine große Hilfe war", so Meier weiter. "Auch mit der Erzabtei St. Ottilien und ihren Mönchen, deren früherer Erzabt der Verstorbene war, fühle ich mich in diesen Tagen der Trauer sehr verbunden. Der Herr über Leben und Tod möge ihm all das Gute vergelten, das er in seinem Leben gewirkt hat. Ich bitte alle Gläubigen um ihr Gebet für den Verstorbenen."

Das Pontifikal-Requiem für den Verstorbenen wird laut heutiger Mitteilung der Diözese am kommenden Samstagvormittag, 7. März, um 9.30 Uhr im Hohen Dom zu Augsburg gefeiert. Zelebrant wird Kardinal Reinhard Marx sein, Metropolit der Kirchenprovinz München und Freising sowie Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz. Die Predigt wird der designierte neue Bischof von Augsburg, Diözesan-Administrator Bertram Meier, halten. Anschließend wird der Verstorbene im Hohen Dom seine letzte Ruhe finden.

Der Sarg mit dem Verstorbenen wird den Angaben zufolge am Donnerstagabend um 17.30 Uhr mit einer Statio vom Augsburger Domkapitel im Hohen Dom empfangen. Anschließend werde um 18 Uhr die monatliche Heilige Messe im Anliegen um Berufungen als Requiem des Domkapitels für den verstorbenen Bischof gefeiert. Danach werde der verstorbene Diözesanbischof bis Freitagabend in der Gertrudkapelle im nördlichen Chorumgang aufgebahrt sein, damit sich die Gläubigen von ihm verabschieden können. Sie könnten ihre Trauer dann auch in einem Kondolenzbuch zum Ausdruck bringen.

Am Freitag wird im Dom besonders in der Feier des Stundengebetes für den Verstorbenen gebetet. Dazu lädt das Domkapitel alle Gläubigen herzlich ein. Das Bistum gab für Freitag folgende Termine bekannt:

  • 7 Uhr: Heilige Messe für den Verstorbenen
  • 8 Uhr: Feier der Laudes mit dem Domkapitel
  • 12 Uhr: Mittagsgebet
  • 15 Uhr: Rosenkranzgebet in der Marienkapelle
  • 16.30 Uhr: Kreuzweg der Dompfarrei
  • 18 Uhr: Totenvesper mit dem Domkapitel, anschließend wird der Sarg geschlossen.

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