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Reparatur-Arbeiten erfolgen unter Hochdruck. "Große Verluste" für die Schifffahrt. Schaden noch nicht zu beziffern. Ermittlungen der Polizei laufen.

(ty) Nach der Havarie, die sich am 5. Juni auf dem Main-Donau-Kanal an der Schleuse bei Riedenburg ereignet hatte, laufen die äußerst aufwändigen Reparatur-Maßnahmen auf Hochtouren. Ein Kabinen-Schiff hatte eine Spundwand gerammt, ein Schleusentor konnte daraufhin nicht mehr geschlossen werden. Wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrts-Amt (WSA) mitteilt, ist die Schleuse wohl noch bis 19. Juni gesperrt. "Für die Schifffahrt, die sich aufgrund der unplanmäßigen Sperre bereits von Regensburg bis Hilpoltstein staut, bedeutet diese Unterbrechung große Verluste", so die Behörde. Rund 40 Schiffe seien derzeit betroffen. Die Ermittlungen der Polizei laufen indes.

Es war ein folgenreicher Schiffs-Crash, zu dem es da vor einer Woche gekommen war. Wie berichtet, wollte laut Polizei ein niederländischer Kapitän mit seinem unter schweizerischer Flagge fahrenden Fahrgast-Kabinenschiff vom Unterwasser aus in die Kanal-Schleuse beim Riedenburger Ortsteil Haidhof einfahren. Hierbei habe das Schiff mit der Backbord-Seite die Spundwand auf Höhe des Schleusentors touchiert. "Dadurch wurde ein Spundwand-Holm stark beschädigt und das Schleusentor konnte nicht mehr geschlossen werden", erklärte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. "Aufgrund der defekten Schleuse musste die Schifffahrt in diesem Bereich bis auf weiteres eingestellt werden."

Nach der Kollision ließ sich das Schleusentor nicht mehr schließen.

Die nach Angaben des WSA sofort nach der Havarie angelaufenen Instandsetzungs-Maßnahmen an der Schleuse waren auch über die Pfingstfeiertage fortgesetzt worden. Diese ungewöhnliche Baustelle zog und zieht freilich auch etliche Schaulustige an. "Zahlreiche interessierte Bürger nutzten einen Pfingst-Spaziergang, um sich vor Ort über den Schaden und die Instandsetzungs-Maßnahmen zu informieren", heißt es vom WSA, das in einer Pressemitteilung über den Stand und den Fortgang der umfangreichen Arbeiten informiert.

Das Wasser musste aus der Schleusenkammer, ein Gerüst wurde aufgestellt.

Wie es heißt, musste zunächst der Revisions-Verschluss eingebaut und die Schleusen-Kammer geleert werden. Außerdem musste das 45 Tonnen schwere Untertor mit Hilfe eines großen Autokrans ausgebaut werden, um überhaupt an den beschädigten Bereich gelangen zu können. Nach dem Einbau eines Arbeits-Gerüstes sei am Samstagfrüh der auf sechs Metern Länge beschädigte Bereich des senkrechten Stahlholms, "der die wichtige Dichtleiste für das Schleusentor aufnimmt", abgebrannt und abgebrochen worden. "Diese Arbeiten konnten bis Pfingstmontag erfolgreich abgeschlossen werden."

Die Großbaustelle zieht Schaulustige an.

Das verantwortliche "Wasserstraßen- und Schifffahrts-Amt Donau MDK" dankt in diesem Zusammenhang den Anwohnern für deren Verständnis bezüglich der Belastungen durch die Abbruch-Arbeiten am Pfingst-Wochenende. Seit gestern Morgen laufe der Beton-Abtrag des geschädigten Bereichs mit einem Hochdruck-Wasserstrahl-Verfahren. Im Hintergrund laufe – sozusagen ebenfalls mit Hochdruck – die Ausführungs-Planung für die Verankerung des neuen Kantenschutzes. Aufgrund der hohen Kräfte, die das Bauteil aufnehmen müsse, und wegen der beengten Montage-Bedingungen stelle das "eine besondere ingenieur-technische Herausforderung" dar.

"Auf dem kritischen Weg" ist laut WSA die Herstellung des sechs Meter langen und verstärkten Stahlbau-Elements. Das Material müsse erst noch beschafft sowie dann exakt nach der Ausführungs-Planung hergestellt werden. "Auch die nach der Montage auszuführenden Beton-Arbeiten benötigen Zeit zur Aushärtung", heißt es weiter. Deshalb müsse nach der aktuellen Planung davon ausgegangen werden, dass die Schleuse bei Riedenburg trotz der Feiertags- und Wochenend-Arbeiten noch bis zum Mittwoch, 19. Juni, 22 Uhr gesperrt bleiben müsse.

Diese Aufnahme zeigt den angerichteten Schaden.

Wenn dieser Zeitplan gehalten werden kann, dann hätte der Schiffs-Crash die Schleuse exakt zwei Wochen lang lahmgelegt. "Für die Schifffahrt, die sich aufgrund der unplanmäßigen Sperre bereits von Regensburg bis Hilpoltstein staut, bedeutet diese Unterbrechung große Verluste", teilt das "Wasserstraßen- und Schifffahrts-Amt Donau MDK" mit. Laut einer gestern veröffentlichten Meldung seien momentan von der Sperrung insgesamt 38 Schiffe betroffen, darunter seien auch zehn Fahrgast-Kabinenschiffe.

Erst kürzlich war wegen umfangreicher Inspektions- und Wartungs-Maßnahmen der Schiffsverkehr auf dem Main-Donau-Kanal ausgebremst beziehungsweise gestoppt worden. Auch an der Riedenburger Schleuse waren in diesem Zusammenhang aufwändige Arbeiten erledigt worden – hier wurden unter anderem die mächtigen Schleusentore ausgetauscht. Das ist erst wenige Wochen her.

Arbeiten unter beengten Bedingungen.

Die Ermittlungen zur Ursache des Schiffs-Unfalls vom vergangenen Mittwoch laufen bei der zuständigen Wasserschutzpolizei in Beilngries. Sie seien noch nicht abgeschlossen, erklärte heute ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung. Die Schadenshöhe sei nach wie vor nicht zu beziffern.

Gegen den Schiffsführer werde wegen eines Verstoßes gegen die Sorgfaltspflicht ermittelt, ihm droht damit ein Bußgeld. Verletzt worden war bei dem Crash niemand. Es sei auch in der Folge zu keiner Gewässer-Verunreinigung gekommen, erklärten WSA und Polizei. An dem unfall-verursachenden Schiff seien "keine größeren Schäden" entstanden, so die Schifffahrts-Behörde.

Die Schifffahrt ist zum Erliegen gekommen; dieses Foto entstand am Abend nach dem Unfall.

Erstmeldung zum Thema:

Crash an der Schleuse Riedenburg bringt Kanal-Schifffahrt zum Erliegen


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