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Augsburg als Vorreiter in Sachen öffentliches Internet – das Know-how dafür kommt aus Pfaffenhofen

(ty) Augsburg ist die erste bayerische Stadt mit einem öffentlichen WLAN in Linienbussen. Die Fahrgäste können damit kostenlos surfen. Der Startschuss für das Service-Projekt fiel in zunächst 60 Bussen der Stadtwerke (SWA). Das Know-how für die knifflige Aufgabe, eine stabile Internet-Verbindung in einem fahrenden Bus aufrechtzuhalten, stammt vom Pfaffenhofener Unternehmen Stahl Computertechnik GmbH. Die Firma von Fabian Stahl betreibt mit seinen Lösungen der Marke "vWORK" bereits öffentliche Netze in mehreren bayerischen Städten wie Berchtesgaden, Ingolstadt oder Herzogenaurach. 

Bis Ende 2017 sollen die restlichen Busse der Stadtwerke Augsburg und voraussichtlich auch Straßenbahnen mit dem kostenlosen WLAN ausgerüstet werden, berichtet Stahl. Insgesamt sollen am Ende 150 Fahrzeuge mit den nötigen WLAN-Routern ausgestattet sein. „So ein Angebot ist bayernweit erstmalig im öffentlichen Personennahverkehr“, erläutert Firmen-Inhaber Stahl. Sein Unternehmen habe nicht nur die Konzeption und Installation des Systems übernommen: „Wir sind auch der WLAN-Betreiber und übernehmen die so genannte Mitstörerhaftung.“ Somit seien die Stadtwerke auf der rechtlich sicheren Seite mit ihrem Angebot – „und das, obwohl man sich für die Nutzung nicht registrieren muss“, betont Stahl. 

Die hohe Sicherheit der Lösungen war auch den Verantwortlichen der Stadtwerke wichtig: „Aus Gründen des Jugendschutzes werden kritische Seiten automatisch gesperrt“, sagt SWA-Sprecher Jürgen Fergg. Damit würden Nutzer gar nicht erst in Versuchung geführt, unerlaubte Seiten herunterzuladen oder auf solchen mit jugendgefährdeten Inhalten zu surfen.

Auch technisch wird dem System einiges abverlangt: So kommen spezielle Router zum Einsatz, die für Fahrzeuge ausgelegt sind. Sie stellen die Verbindung zum Internet über LTE oder UMTS her, das in Augsburg flächendeckend verfügbar ist. „Ein fahrendes System stabil zu betreiben, ist nicht einfach“, berichtet Stahl. Doch offensichtlich wurde diese Aufgabe bewältigt: Beim Start ließen sich selbst Videos einwandfrei auf dem Smartphone anschauen, wie in einer Pressemitteilung erklärt wird. 

Hauptzweck soll aber laut Stadtwerke die Nutzung von Apps sein, etwa Nachrichten-Apps oder der SWA-Fahrinfo-App. Stadtwerke-Projektleiter Stefan Köhler nennt eine weitere Herausforderung, die eine enge Abstimmung bereits bei der Konzeption des WLAN-Systems nötig gemacht hat: „Die Technik ist so ausgelegt, dass alle Wartungsarbeiten und Updates aus der Ferne durchgeführt werden können, so dass die Busse dafür nicht extra in die Werkstatt fahren müssen.“ 

„Besonders komfortabel für die Benutzer ist, dass sie sich beim Umsteigen in einen anderen Bus nicht neu einwählen müssen“, sagt Fabian Stahl. Auch der Übergang zwischen dem öffentlichen WLAN der Stadt Augsburg – beispielsweise auf dem Königs- oder Rathausplatz – und dem WLAN der Stadtwerke in den Bussen funktioniere nahtlos. Der Zugang zum Internet in den Bussen gilt für Studenten der hiesigen Universität als besonders interessant, können sie sich doch mobil in ihr Studentennetzwerk einloggen – was bei anderen öffentlichen Hot-Spots nicht möglich sei.


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