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Mancherorts könnten die Feld-Erträge im Freistaat sogar richtig schlecht ausfallen. Kosten-Erlös-Schere werde für viele Betriebe zunehmend zur Zerreiß-Probe.

(ty) Hitze und Trockenheit haben die Pflanzen auf den Feldern im Freistaat in den vergangenen Monaten massiv getroffen, heißt es vom bayerischen Bauernverband (BBV). "Wegen den ausgebliebenen Niederschlägen und der sengenden Hitze rechnen Bayerns Landwirtinnen und Landwirte für die Ernte 2026 bestenfalls mit einer durchschnittlichen, mancherorts aber auch richtig schlechten Ernte", erklärte BBV-Präsident Günther Felßner im Rahmen der diesjährigen Ernte-Pressefahrt, die der Verband gemeinsam mit dem bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus heute im Kreis Mühldorf am Inn durchgeführt hat. Besonders Weizen und Raps litten unter der lang anhaltenden Trockenheit und der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni. Wie die Ernte letztlich ausfällt, entscheidet sich laut BBV-Angaben heuer stärker als sonst von Region zu Region.

"Das Anbau-Jahr ist gut gestartet – doch dann folgten eine lange Trockenheit und eine außergewöhnliche Hitzewelle. Selten waren die Unterschiede zwischen den Regionen und sogar zwischen benachbarten Feldern so groß wie heuer", sagt Hermann Greif, Vorsitzender des Landes-Fachausschusses für pflanzliche Erzeugung im BBV. "Wir erwarten heuer bestenfalls eine durchschnittliche Ernte", fasst er zusammen. Während die Wintergerste laut Bauernverband vielerorts noch vergleichsweise ordentliche Erträge brachte, kamen die Niederschläge für Weizen und Raps häufig zu spät. "Besonders auf leichten Böden führten Hitze und Trockenheit zu deutlichen Ertragseinbußen."

Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben leiden nach BBV-Mitteilung ebenfalls unter Trocken-Stress, könnten sich bei ausreichenden Niederschlägen regional aber noch erholen. Neben den Wetter-Extremen verschärfe die wirtschaftliche Situation die Lage vieler Ackerbau-Betriebe zusätzlich. Hohe Kosten für Dünger und Energie träfen auf niedrige Erzeuger-Preise. "Die Kosten-Erlös-Schere wird für viele Betriebe zunehmend zur Zerreiß-Probe", betont BBV-Pflanzenbau-Präsident Greif. Während der Weizen-Preis unter enormem Druck stehe, bleibe der Rapsmarkt derzeit der einzige Lichtblick für Ackerbauern.

Für BBV-Präsident Günther Felßner zeigt die diesjährige Ernte einmal mehr, dass Wetter-Extreme längst zum Alltag der Landwirtschaft gehörten. "Für uns ist der Klimawandel bereits Realität. Wir haben tagtäglich mit den Auswirkungen auf den Feldern, Wiesen und im Wald zu kämpfen", unterstreicht er, versichert aber zugleich: "Wir Landwirte wollen und werden sich an die veränderten Bedingungen anpassen." Allerdings: "Dafür brauchen wir endlich bessere Rahmenbedingungen." Deswegen sei jetzt die längst angekündigte Risiko-Ausgleichs-Rücklage nötig, um Wetter-Extreme wirtschaftlich ausgleichen zu können, und die Steuer-Befreiung für Bio-Kraftstoffe, um Kosten zu senken.

Außerdem setzt sich der bayerische Bauernverband nach eigenem Bekunden für ein starkes EU-Agrar-Budget, für mehr Mut zu Innovationen und für Klima-Anpassung sowie für wirksamen Bürokratie-Abbau ein. "Nur wenn die politischen Weichenstellungen anders und besser werden, können wir auch künftig hochwertige Lebensmittel und erneuerbare Energie erzeugen und die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen gewährleisten", proklamiert BBV-Chef Felßner.


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