TSV und Gemeinde profitieren von Förder-Programm. Klub-Chef: "Unser Verein wurde 2013 und 2024 schwer vom Hochwasser geschädigt."
(ty) Aus dem Förder-Programm des Bundes zur "Sanierung kommunaler Sportstätten" fließen knapp 789 000 Euro in den Kreis Pfaffenhofen. Das teilt der hiesige Bundestags-Abgeordnete Christian Moser mit und verweist auf einen aktuellen Beschluss des Haushalts-Ausschusses. Konkret erhält seinen Angaben zufolge heuer die Gemeinde Rohrbach 788.765,37 Euro für den Ersatz-Neubau von Vereinsheim und Fußballplatz im Sportzentrum des TSV Rohrbach. "Ich freue mich sehr, dass sich mein Einsatz für dieses Projekt im Bundestag ausgezahlt hat", so der CSU-Politiker aus Pfaffenhofen. Als Wahlkreis-Abgeordneter habe er eine Empfehlung für das Projekt ausgesprochen. Der Abgeordnete Leon Eckert (Grüne) aus Freising begrüßt die Förderung aus der so genannten Sport-Milliarde, äußert aber Kritik am Verfahren.
Wie Moser in einer Presse-Mitteilung darlegt, plant der TSV Rohrbach die Neuerrichtung einer Tennishalle für 1,8 Millionen Euro sowie den Neubau eines Klubheims für 4,3 Millionen Euro, nachdem die alten Anlagen bei der Hochwasser-Katastrophe im Jahr 2024 stark beschädigt worden waren. Durch die nun beschlossene Bundes-Förderung in Höhe von rund 789 000 Euro, eine Förderung des bayerischen Landessportverbands (BLVS) in Höhe von durchschnittlich 40 Prozent, die Elementar-Versicherung und die freiwillige 30-prozentige Sportförder-Quote der Gemeinde Rohrbach könne das Großprojekt realisiert werden. Die Tennishalle solle noch heuer fertiggestellt werden, das Vereinsheim folge im nächsten Jahr.
"Vom Hochwasser stark gebeutelt"
Der Bundestags-Abgeordnete Moser dankt dem hiesigen Landtags-Abgeordneten Karl Straub (CSU), der auch Integrations-Beauftragter der bayerischen Staatsregierung ist, für dessen besonderen Einsatz. Straub habe sich für das Vorhaben in seiner Heimat-Gemeinde stark gemacht. "Der TSV Rohrbach war vom Hochwasser stark gebeutelt. Der Verein muss unbedingt erhalten bleiben, deswegen war es mir ein großes Anliegen, dass dieses Projekt bedacht wird", erklärt Straub. Auch die Gemeinde Rohrbach werde stark entlastet. Sein Dank gelte Moser für dessen Unterstützung.
Der Rohrbacher Bürgermeister Christian Keck (SPD) freut sich sehr über die Zuwendung des Bundes. "Sie bildet die Grundlage der gemeindlichen Förderung des TSV Rohrbach. So schaffen wir ein hochwasser-angepasstes, modernes und zukunftsfähiges Sportzentrum für unsere Bürger", so der Rathaus-Chef. Er danke Moser "ausdrücklich für seine entschlossene Unterstützung unseres Förder-Antrags" und freue sich nun "über einen zügigen Baubeginn".
"Vereinsheim ist abbruchreif"
Robert Maier, der Erste Vorsitzende des TSV Rohrbach, zeigt sich dankbar für die finanzielle Unterstützung durch die Kommune, den Freistaat und den Bund und erläutert: "Unser Verein wurde 2013 und 2024 schwer vom Hochwasser geschädigt, das überschwemmte Vereinsheim ist abbruchreif. Ohne die großzügige Bezuschussung wäre ein zukunftsfähiger Neubau nicht stemmbar. Wir stehen als Verein in den Startlöchern und wollen diese größte Investition seit Bestehen des TSV nun zügig anpacken".
Insgesamt waren Mosers Worten zufolge 3684 Interessen-Bekundungen beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung eingegangen, das mit der Umsetzung des Bundes-Programms betraut ist. Mit einer beantragten Gesamt-Fördersumme von mehr als 7,5 Milliarden Euro sei der Projekt-Aufruf 23-fach überzeichnet gewesen. In der ersten Tranche stünden 333 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung. Ziel sei es, damit auch weitere Investitionen vor Ort zu hebeln. Laut Moser stehen weitere zwei Tranchen zur Auszahlung an, bei der weitere Projekte aus seinem Wahlkreis im Rennen sind, der neben den gesamten Landkreisen Pfaffenhofen und Freising auch Teile des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen umfasst.
"Wir stehen wieder auf!"
Das neue Programm zur Sanierung kommunaler Sportstätten setze ein wesentliches Versprechen aus dem Koalitions-Vertrag um, betont Moser und blickt nach Rohrbach. "Unser vielfältiges Vereinsleben gehört zur bayerischen Identität. Gerade weil das Hochwasser diesen Verein fast bezwungen hätte, zeigen wir mit dieser Bundes-Förderung: Wir stehen wieder auf!" Zugleich verspricht er: "Auch bei den weiteren Tranchen werde ich für Projekte aus meinem Wahlkreis kämpfen", so Moser, der auch umweltpolitischer Sprecher der CSU im Bundestag ist.
Der Bundestags-Abgeordnete Leon Eckert (Grüne) aus Freising begrüßt die Förderung aus der so genannten Sport-Milliarde für den TSV, äußert aber auch Kritik. "Ich freue mich sehr über den Zuschlag für Rohrbach. Mit der Förderung stellt der Bund sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger weiterhin Zugang zu moderner und qualitativ hochwertiger Sport-Infrastruktur haben", so Eckert. Gerade der Vereins- und Breitensport sei für Kinder und Jugendliche von großer Bedeutung – er fördere Bewegung, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt. "Auch für die vielen ehrenamtlich Engagierten, die das Vereinsleben in Rohrbach tragen, ist der Ersatz-Neubau ein wichtiger Schritt."
Kritik von Eckert
Eckert moniert aber zugleich das Verfahren: "Viele Kommunen in Bayern und ganz Deutschland gehen leer aus. Gleichzeitig bleibt unklar, nach welchen Kriterien die Förderung konkret vergeben wurde und ob die tatsächlichen Bedarfe ausreichend berücksichtigt wurden oder diejenigen Projekte einen Zuschlag erhalten, die die stärkste Lobby-Arbeit in Berlin betrieben haben." Der Grünen-Politiker proklamiert: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass öffentliche Mittel nach Proporz oder politischem Einfluss verteilt werden. Entscheidend muss sein, wo der Bedarf am größten ist."





