"Auf den ersten Blick scheint jede Blüte eine gute Nahrungsquelle zu sein – tatsächlich trifft das jedoch nicht auf alle Pflanzen zu", erklärt die Behörde und gibt Tipps.
(ty) "Die ersten warmen Frühlingstage haben bereits Lust auf die kommende Garten-Saison gemacht – und auch die ersten Insekten sind schon unterwegs", fasst das Landratsamt von Pfaffenhofen zusammen. Nach ihrer Winterruhe seien Bienen, Hummeln und andere Bestäuber dringend auf Nektar und Pollen angewiesen, um wieder zu Kräften zu kommen. "Auf den ersten Blick scheint jede Blüte eine gute Nahrungsquelle zu sein – tatsächlich trifft das jedoch nicht auf alle Pflanzen zu." Darauf hat die Untere Naturschutz-Behörde des Landkreises am heutigen Montag hingewiesen. Die Botschaft lautet: "Nicht alles, was blüht, ist gut für Insekten."
Ein bekanntes Beispiel sei die derzeit gelb blühende Forsythie. Sie zähle zu den frühesten Frühlings-Blühern und schmücke viele Gärten. "Ihre Blüten sehen zwar attraktiv aus, sind für Insekten jedoch wertlos", erklärt die Behörde: "Die Forsythie bildet weder Nektar noch Pollen. Bestäuber verlieren dadurch wertvolle Energie, wenn sie die Blüten anfliegen und dort keine Nahrung finden." Eine ökologisch wertvolle Alternative sei die Kornelkirsche. Sie blühe zur gleichen Zeit, ebenfalls in kräftigem Gelb, liefere aber reichlich Nahrung für Insekten. Im Sommer trage sie zudem Früchte, die vielen Vogelarten als Nahrung dienten und auch für Menschen essbar seien.
Auch andere beliebte Gartenpflanzen wie Rosen, Hortensien oder Pfingstrosen können laut Landratsamt für Bestäuber problematisch sein: "Viele Zuchtformen besitzen so genannte gefüllte Blüten. Dabei werden Staubblätter in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Die Blüten wirken dadurch besonders üppig, sind aber für Insekten unzugänglich oder völlig nektarlos." Das gelte auch für manche frühblühenden Arten wie bestimmte Krokus- oder Narzissen-Sorten. "Ungeeignete Blüten erkennt man daran, dass sie sehr viele Blütenblätter haben, keine Staubblätter zu sehen sind, kaum von Insekten besucht werden und oft stark gezüchtete Sorten sind, die keinen Nektar oder Pollen bilden."
Wer seinen Garten insektenfreundlich gestalten wolle, sollte laut Behörden-Mitteilung daher bewusst zu ungefüllten Sorten greifen. Noch besser sei es, heimische Pflanzen zu wählen. Viele heimische Insektenarten seien auf diese Pflanzen angewiesen, "weil sie sich über lange Zeiträume an deren Nahrungs-Angebot angepasst haben". Die Untere Naturschutz-Behörde betont, dass mit der Auswahl geeigneter Pflanzen jeder Garten-Besitzer einen wichtigen Beitrag leisten könne. Wer zu ungefüllten, heimischen und nektar- und pollenreichen Arten greife, schaffe wertvolle Nahrung für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber – und fördere damit die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür. "Schon kleine Veränderungen im Garten können einen großen Unterschied machen", wird betont.





