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Heute wurden die Ergebnisse der jüngsten Konjunktur-Umfrage bekannt gegeben: "Die Investitions- und Beschäftigungs-Pläne brechen auf Tiefstwerte ein."

(ty) Sprunghaft gestiegene Energie-Preise und erste Liefer-Schwierigkeiten verpassen laut heutiger Mitteilung der IHK für München und Oberbayern der wirtschaftlichen Stimmung in der Region 10 – also in den Landkreisen Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt sowie in der Stadt Ingolstadt – einen deutlichen Dämpfer. Der regionale IHK-Konjunktur-Index, der zu Jahresbeginn noch gestiegen war, ist den Angaben zufolge um 14 Zähler auf 91 Punkte gefallen. "Die Erwartungen der Unternehmen verschlechtern sich spürbar", fasst die IHK zusammen. "Die Investitions- und Beschäftigungs-Pläne brechen auf Tiefstwerte ein."

Zu ihrer Geschäftslage befragt, bezeichneten laut IHK bei der im April durchgeführten Umfrage 28 Prozent der Betriebe in der Region 10 diese als gut und 24 Prozent als schlecht. Damit sei im Vergleich zum Jahresanfang eine deutliche Verschlechterung zu beobachten. Die Sperrung der "Straße von Hormus" belaste die Geschäfte der heimischen Wirtschaft spürbar. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Betriebe beklagen den Angaben zufolge Preis-Steigerungen bei Rohstoffen und Waren, zu Jahresbeginn waren es 51 Prozent. "Darüber hinaus beklagen 68 Prozent der Unternehmen die hohen Energie-Preise sowie 62 Prozent die fehlende Nachfrage", heißt es weiter.

"Die Geschäfts-Erwartungen befinden sich im freien Fall", meldet die IHK. Mit Blick auf die kommenden Monate rechne nur noch rund jeder zehnte Betrieb (elf Prozent) mit einer Belebung seiner Geschäfte. Rund ein Drittel (32 Prozent) gehe von einer Verschlechterung aus. Bei den Hauptrisiken, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen, dominieren nach IHK-Erkenntnissen die Energie- und Rohstoff-Preise mit 73 Prozent der Nennungen. Das sei ein sprunghafter Anstieg, denn zu Jahresbeginn seien es noch 46 Prozent gewesen. Hinzu kämen die Arbeitskosten (69 Prozent), die fehlende Inlands-Nachfrage (65 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (64 Prozent).

"Angesichts dieser Risiko-Gemengelage fallen auch die Beschäftigungs- und Investitions-Pläne sehr schlecht aus", erklärt die Industrie- und Handelskammer. "39 Prozent der Unternehmen wollen weniger investieren, nur noch 16 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten." Die Investitions-Absichten seien damit so niedrig wie zuletzt in der Finanzkrise 2008/09. Am Arbeitsmarkt setze sich der Stellen-Abbau mit hoher Geschwindigkeit fort. "Nur neun Prozent der Befragten streben einen Stellen-Aufbau an", so die IHK. "38 Prozent der Unternehmen wollen Stellen abbauen. Nur noch 28 Prozent der Befragten benennen den Arbeitskräfte-Mangel überhaupt als ein Geschäfts-Risiko." Im Herbst vergangenen Jahres waren es noch 46 Prozent.

"Wir sind zurück auf ungebremster Talfahrt. Die noch zu Jahresbeginn in der Wirtschaft spürbaren Hoffnungen haben sich leider komplett zerschlagen. Vor allem die steigenden Kosten bei Energie und Rohstoffen – getrieben vom Iran-Krieg – treffen unseren industriegeprägten Wirtschafs-Standort mit voller Wucht", sagt Franz Schabmüller, der Sprecher für das IHK-Forum der Region 10. "Hinzu kommt die hausgemachte Strukturkrise – insbesondere die international nicht wettbewerbsfähigen Arbeitskosten", erklärt er weiter. "Sie macht den Betrieben enorm zu schaffen. Um der alles beherrschenden Unsicherheit endlich die Stirn zu bieten, brauchen wir ohne Wenn und Aber mehr Kompromiss-Bereitschaft und Bewegung in der Politik."

Schabmüller verdeutlicht: "Für die Wirtschaft geht es um alles. Sie braucht jetzt ein überzeugendes Reform-Paket bei Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratie-Abbau." Nur mit durchschlagenden Reformen wird die Wirtschaft seinen Worten zufolge wieder hochlaufen können.

An dem Konjunktur-Bericht der IHK für München und Oberbayern für die Region 10 haben sich laut IHK-Mitteilung Unternehmen aus der Kreisfreien Stadt Ingolstadt sowie den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm beteiligt. Die Umfrage habe im April dieses Jahres stattgefunden. Ein solcher Konjunktur-Bericht werde drei Mal im Jahr veröffentlicht.


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