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Bürgermeister und Stadtbaumeister wenden sich mit einem Info-Brief zum Verkehrs-Konzept an alle Pfaffenhofener.

(ty) Alle Pfaffenhofener Haushalte bekommen demnächst Post von der Stadt: Um über das neue Verkehrs-Konzept zu informieren und die einzelnen Maßnahmen zur Verkehrs-Beruhigung zu erläutern, wenden sich Bürgermeister Thomas Herker (SPD) und Stadtbaumeister Gerald Baumann direkt an die Bürger. "Mit Texten, Fotos und Visualisierungen werden in dem Info-Brief eine ganze Reihe geplanter Maßnahmen anschaulich dargestellt", heißt es aus dem Rathaus. Es gehe um weitere Verbesserungen am Hauptplatz, aber auch um Neuerungen für die Scheyerer, die Niederscheyerer und Münchener Straße. Auch zum umstrittenen neuen Kreisel an der Hohenwarter Straße äußert sich der Rathauschef. Dieser Kreisel sei der erste, der den Verkehrsfluss willentlich hemme: "Es soll unbequem sein, über die Einfallstraßen zu fahren."

 

Die Weichen für das neue Verkehrs-Konzept von Pfaffenhofen waren bereits vor drei Jahren auf einer Klausurtagung des Stadtrats gestellt worden. Die entsprechenden Beschlüsse zur Umsetzungen wurden von dem Gremium dann in den vergangenen Monaten mit großer Mehrheit beziehungsweise einstimmig gefasst.

Bei der anvisierten Sperrung der Hauptplatz-Durchfahrt ruderte die bunte Koalition von SPD, FW, Grünen und ÖDP damals bekanntlich auf Druck der CSU hin und angesichts eines drohenden Bürgerentscheids zurück. Etliche Neuerungen – wie die Erweiterung der Fußgängerzone am Hauptplatz oder die veränderte Verkehrsführung am Altstadtring – sind bereits eingeführt worden, weitere Maßnahmen stehen bevor.  

Um dem immer weiter zunehmenden Verkehr, vor allem in der Innenstadt, entgegenzuwirken, setzt man in Pfaffenhofen bekanntlich auch auf eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie auf Verbesserungen für Radfahrer. "So ist die Einführung des kostenlosen Stadtbusses, der zudem deutlich häufiger und abends länger fährt, ein wichtiger Beitrag", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Rathaus. Bekanntlich hatte der Stadtrat – auf Initiative der CSU hin – beschlossen, dass Stadtbus-Fahren in der Kreisstadt gratis werden soll. 

Außerdem wurde die Fahrrad-Infrastruktur weiter ausgebaut: So genannte Fahrrad-Schutzstreifen wurden in der Scheyerer, Ingolstädter und Posthofstraße angebracht, zusätzliche Abstell-Möglichkeiten für Drahtesel wurden am Hauptplatz und am Bahnhof geschaffen. "Um einen Verkehrsinfarkt zu verhindern, ist die Stadt dabei, ihr Verkehrs-Konzept umzusetzen", schreibt der Bürgermeister in dem Brief an die Pfaffenhofener. Das Ziel sei: "Die Verkehrssituation in der Innenstadt verbessern, die Aufenthaltsqualität erhöhen." Herker: "Alle sollen gut unterwegs sein können – sicher und ohne Stau. Ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder dem ÖPNV." 

Mit Fotos, Texten und Visualisierungen werden nach Angaben der Stadtverwaltung in dem Info-Brief eine Reihe von geplanten Maßnahmen dargestellt. "Da geht es um weitere Verbesserungen am Hauptplatz ebenso wie um Neuerungen für die Scheyerer, die Niederscheyerer sowie die Münchener Straße", wird aus dem Rathaus mitgeteilt. Um den Verkehrsfluss vom Bahnhof in die Innenstadt zu verbessern, solle beispielsweise bei der evangelischen Kirche ein neuer Mini-Kreisel errichtet werden. "Die meisten Planungen betreffen aber die Hohenwarter Straße." Verengungen und Fußgänger-Ampeln sollen hier das Tempo des fließenden Verkehrs verringern. Und der Durchfahrts-Verkehr soll mit einer abknickenden Vorfahrt gleich auf die Umgehungsstraße geleitet werden (siehe Visualisierung ganz oben).

 

Der umstrittene Kreisel an der Hohenwarter Straße (Archivfoto).

Eine Maßnahme an der Hohenwarter Straße, die bereits umgesetzt wurde, ist der umstrittene und aus Sicht der CSU "unsinnige" (Am Kreisel scheiden sich die Geister) neue Kreisverkehr an der Hohenwarter Straße und Schirmbeckstraße. Nach kontroverser Debatte beschloss der Stadtrat kürzlich mehrheitlich, an diesem Kreisel festzuhalten (Der umstrittene Kreisel bleibt) sowie weitere Maßnahmen in diesem Bereich umzusetzen. Allerdings könnte das Kreisel-Thema bald noch einmal auf der Tagesordnung stehen (CSU sammelt Unterschriften: "Unsinniger" Kreisverkehr soll wieder weg!).

"Manche sehen darin keinen Sinn, gar einen Unfall-Schwerpunkt", schreiben Herker und Baumann über diesen Kreisverkehr. Davon kann ihrer Ansicht nach jedoch nicht die Rede sein. "Laut einer Verkehrs-Analyse halten sich fast alle an die Regeln." Die beiden fügen aber hinzu, dass dieser Kreisel tatsächlich der erste in Pfaffenhofen sei, der den Verkehrsfluss willentlich hemme. Und sagen dazu: "Es soll unbequem sein, über die Einfallstraßen zu fahren. Verkehrszählungen zeigen: Wir Pfaffenhofener nehmen den Weg über die Innenstadt, weil er oft die kürzeste Verbindung ist. Wenn wir diesen Weg verlangsamen, können wir Verkehrsströme verlagern und das Zentrum entlasten."

 

Mit dem beschlossenen Maßnahmen-Bündel könne der Verkehr auf der Hohenwarter Straße laut Experten-Berechnung um deutlich mehr als zehn Prozent verringert werden, heißt es aus dem Rathaus. Um den Durchgangs-Verkehr nochmals entscheidend zu verringern, wären dann noch zwei weitere Bausteine des Verkehrs-Konzepts notwendig, die bisher fehlen. Darauf weisen auch der Bürgermeister und der Stadtbaumeister hin: "Die Planer haben eine Durchfahrt-Sperre am Hauptplatz vorgeschlagen." Ob diese realisiert wird, entscheidet der Stadtrat frühestens im kommenden Jahr (Sperrung der Hauptplatz-Durchfahrt ist erst einmal kein Thema mehr).

Und: "Die Südost-Umgehung, die von der B 13 am Bahnhof zur Autobahn führen wird, liegt leider nicht in unserer Hand, zuständig ist das Staatliche Bauamt Ingolstadt." Zwar seien die Vorplanungen für die Südumgehung in letzter Zeit gut vorangekommen, aber eine kurzfristige Realisierung sei kaum zu erwarten. Bürgermeister Herker bittet die Bürger daher um Verständnis – und um einen langen Atem: "Bitte haben Sie also noch etwas Geduld, bis das Verkehrs-Konzept als Ganzes greift. Wir versichern Ihnen: Es geht darum, Verkehr zu beruhigen und nach außen zu verlagern. Damit die Innenstadt für alle gut erreichbar bleibt – und sich jeder hier wohlfühlen kann." 


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