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Aufsehen erregende Fälle aus den aktuellen bayerischen Polizeiberichten

Nach Doppelmord von Höfen: Mutmaßlicher Mittäter gefasst

(ty) Im Fall des schrecklichen Gewaltverbrechens in dem Weiler Höfen bei Königsdorf (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen), bei dem zwei Menschen getötet und eine Frau lebensgefährlich verletzt worden sind, können Staatsanwaltschaft und die Ermittler der Sonderkommission (Soko) einen wichtigen Fahndungserfolg vermelden. Ein Mann, der von den Behörden zunächst als Zeuge gesucht worden war, wurde inzwischen festgenommen. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass der 32-Jährige direkt an der Tat beteiligt war.

Parallel zur Fahndung nach dem 43-jährigen Robert Pludowski (Foto unten), der noch auf der Flucht ist, suchten die Ermittler der Soko auch nach einem Mann, der in den frühen Morgenstunden des 23. Februar, also wohl kurz nach der Tat, an einer Tank- und Rastanlage an der Autobahn Garmisch-Partenkirchen–München von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden war.

Für die Ermittler ergaben sich im Laufe der vergangenen Woche eindeutige Hinweise darauf, dass der Gesuchte als Mittäter direkt an der Tat beteiligt war. Neben der Klärung seiner Identität – es handelt sich um einen 32 Jahre alten Polen, der im Bereich Bamberg wohnt – wurden beispielsweise in der Wohnung des Mannes und im näheren Umfeld mehrere tatrelevante Gegenstände gefunden und sichergestellt. Zwar stehen die Ergebnisse der spurentechnischen Untersuchungen noch aus, die Indizien sprechen aber eindeutig für eine direkte Tatbeteiligung des 32-Jährigen.

Polnischen Polizeibehörden gelang – nach enger und intensiver Zusammenarbeit mit den bayerischen Polizeieinheiten – am gestrigen Donnerstagnachmittag in Rzesow, einer Stadt im Südosten Polens, die Festnahme des mutmaßlichen Mittäters. Er war mit internationalem Haftbefehl in den vergangenen Tagen gesucht worden.

Nach wie vor suchen die Strafverfolgungsbehörden nach dem 43-jährigen Robert Pludowski (Foto), der weiterhin auf der Flucht ist. Hinweise zu seinem Aufenthaltsort nimmt die Soko unter der Telefonnummer (08 81) 64 01 23 entgegen. Der Gesuchte ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich. Das Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt. 

 

Beziehungsstreit eskaliert: 42-Jähriger fährt Ex über den Haufen

(ty) Gestern kam es gegen 20 Uhr in der Augsburger Hochfeldstraße zu einem Beziehungsdrama auf offener Straße. Nach einem Streit fuhr ein 42-jähriger Bosnier seine Ex-Freundin mit einem BMW über den Haufen und verletzte sie dabei schwer. Nach ersten Erkenntnissen lief die 35-Jährige auf dem Fußweg, als sich laut Angaben mehrerer Zeugen der BMW mit hoher Geschwindigkeit von hinten näherte, auf den Fußweg fuhr und die Frau frontal erfasste.

Nachdem der Beschuldigte erfolglos versucht hatte, die schwer verletzte Frau in sein Fahrzeug zu ziehen, machte er sich zunächst mit dem Pkw davon. Auf seiner Flucht beschädigte er zwei geparkte Autos. Nachdem von der Polizei erste Fahndungsmaßnahmen eingeleitet worden waren, kam der Mann zum Tatort zurück und wurde festgenommen. Er stand mit knapp 1,4 Promille deutlich unter Alkoholeinfluss. Nach Erstversorgung durch einen Notarzt wurde die schwerverletzte Frau ins Klinikum eingeliefert.

Die Kripo hat noch vor Ort die Ermittlungen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts übernommen. Zum genaueren Ablauf und Hergang der Tat sowie zur Motivlage konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Nachdem inzwischen sowohl der Festgenommene als auch weitere Zeugen vernommen worden sind, besteht nach Bewertung der neuen Erkenntnisse kein Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes mehr.

Der Beschuldigte wurde deshalb wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wird nun davon ausgegangen, dass der 42-Jährige nach einem Streit seiner Ex mit dem Pkw nachgefahren ist und es beim Versuch, ihr auf dem Gehweg den Weg abzuschneiden, zur Kollision mit der ebenfalls alkoholisierten Frau kam. Sie erlitt eine schwere Beinverletzung und wurde notoperiert.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts verkehrsrechtlicher Straftatbestände sowie eines Körperverletzungsdelikts dauern an. Gegenstand der Ermittlungen ist auch der Alkoholwert des 42-Jährigen zum Zeitpunkt des Unfalls, da eine nachträgliche Alkoholaufnahme während der Flucht nicht ausgeschlossen werden kann. Der Führerschein des Mannes wurde sichergestellt.

 

Ausbeutung von Erntehelfern 

(ty) Anfang März wurde ein osteuropäisches Ehepaar in enger Zusammenarbeit deutscher und spanischer Behörden bei Alicante festgenommen. Kurz vor Beginn ihrer Gerichtsverhandlung im Herbst vergangenen Jahres waren die Beschuldigten untergetaucht. Die Staatsanwaltschaft Würzburg erwirkte daraufhin zwei europäische Haftbefehle gegen den 52-Jährigen und seine 51 Jahre alte Frau.

Nach aufwendigen Zielfahndungsmaßnahmen des Hauptzollamts Schweinfurt, die durch das Landeskriminalamt sowie von den Kriminalpolizeibehörden Bamberg und Würzburg unterstützt wurden, konnte der Aufenthalt der flüchtigen Eheleute in Spanien ermittelt werden. 

Einige Tage nach ihrer Verhaftung wurden sie nach Deutschland überstellt, wo sie sich bis zu ihrem Prozess vor dem Landgericht Würzburg in Untersuchungshaft befinden. Den beiden Verantwortlichen einer im Kreis Main-Spessart ansässigen Personaldienstleistungsfirma wird der illegale Verleih ausländischer Erntehelfer vorgeworfen. In Spitzenzeiten sollen knapp 60 ausländische Arbeiter vorwiegend im süddeutschen Raum vermittelt und zu einem Stundenlohn von 4,50 Euro ohne Lohnfortzahlung oder Kündigungsschutz ausgebeutet worden sein. 

Neben dem Vorwurf, Beiträge in Höhe von knapp 700 000 Euro nicht an die Sozialversicherung abgeführt zu haben, besteht der Verdacht, dass die beiden Firmeninhaber selbst Unterstützungszahlungen vom Jobcenter bezogen haben. Es stehen über 50 000 Euro Sozialleistungen im Raum, die dem Ehepaar vermutlich zu Unrecht ausgezahlt wurden.

 

Ehefrau niedergestochen und lebensgefährlich verletzt

(ty) Heute Morgen kam es in Nürnberg-Muggenhof zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar, bei dem die Frau lebensgefährlich verletzt wurde. Die Nürnberger Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Nach bisherigen Erkenntnissen kam es gegen 7.30 Uhr in einer Wohnung in der Muggenhofer Straße zwischen einem Ehepaar zu einem heftigen Streit. Die Gründe hierfür sind noch unklar. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung soll der 47-jährige Ehemann auf seine ein Jahr ältere Ehefrau eingestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt haben.

Beamte nahmen den Tatverdächtigen fest. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Ein sofort alarmierter Notarzt übernahm umgehend die Erstversorgung der Verletzten. Wegen der Schwere der Verletzungen konnte die Frau nur mit Hilfe einer Drehleiter der Berufsfeuerwehr zum bereitstehenden Rettungswagen gebracht werden. Letztlich kam sie in ein Krankenhaus, wo sie notoperiert wurde. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird der 47-Jährige zur Prüfung der Haftfrage einem Ermittlungsrichter überstellt.

 

Raubüberfall frei erfunden

(ty) Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat gegen eine 25-Jährige ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Die junge Frau hatte angegeben, in Sulzbach/Main Opfer eines versuchten Handtaschenraubs geworden zu sein. Inzwischen räumte sie ein, dass die Tat frei erfunden war. Die 25-Jährige gab an, sich von ihrem Freund vernachlässigt zu fühlen und aus diesem Grund den Raubüberfall erfunden zu haben.

Die Frau war am Dienstagabend zu Fuß in der Niedernberger Straße unterwegs. Gegenüber einer Polizeistreife gab sie an, dass ein unbekannter Mann gegen 18 Uhr von hinten an sie herangetreten sei; er habe im Anschluss versucht, ihr gewaltsam die Handtasche zu entreißen. Währenddessen sei sie von dem Täter geschlagen worden.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen, die von der Kriminalpolizei geführt werden, ergaben sich Zweifel an dem geschilderten Tathergang. Nachdem sich die Hinweise verdichteten, dass die Tat möglicherweise nicht stattgefunden hat, räumte die Frau schließlich ein, dass alles frei erfunden war. Beschädigungen an ihrer Kleidung und ihrer Brille hatte sie offenbar selbst verursacht, um ihre Geschichte glaubhaft zu vermitteln. 


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