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Was ein Nachtschwärmer auf ingolstadt.wiki über den Bierbrunnen an der Hohen Schule zu berichten weiß 

(ty) Auf den Bierbrunnen an der Hohen Schule ist die Stadt Ingolstadt so richtig stolz. Ein Brunnen, der – je nach Gusto – Wasser und Bier spenden kann. Wer hat so etwas schon – außer natürlich Ingolstadt? Wenn es ein Alleinstellungsmerkmal gibt, dann das. Doch statt der Touristen scheint dieser seltsame Brunnen ganz andere Zeitgenossen anzuziehen. Und statt das Reinheitsgebot in seiner reinsten Form zu verkörpern, tut das Brünnlein mitunter eher das Gegenteil. Sagen wir es mal so: Der Brunnen kann nicht nur Bier spenden, sondern auch empfangen. Allerdings erst nach dem mehr oder weniger sachgerechten Gebrauch dieses bajuwarischen Grundnahrungsmittels. Man ahnt, worauf das im wahrsten Sinne des Worten hinausläuft.

Seit Kurzem gibt es ja das ingolstadt.wiki, in dem ein paar honorige Herren Wissenswertes aus Ingolstadt sammeln. Und in diesem ingolstadt.wiki gibt es auch eine Rubrik, die sich „Ingolstädter Spitzen“ nennt. Genau da hat ein Nachtschwärmer seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Bierbrunnen an der Hohen Schule publiziert. Und die sind ebenso lesenswert wie amüsant.

„Als Innenstadtbewohner geschieht es auf dem Heimweg, dass man nachts schon mal an der einen oder anderen etwas dunkleren Ecke vorbeikommt. Vor einigen Tagen hatte ich ein Erlebnis. Von der Kanalstraße über den Hohen-Schul-Platz Richtung Luftgasse gehend sehe ich am neuen Bierbrunnen eine Gestalt in einer eindeutigen Haltung“, schreibt jener Nachtschwärmer.

„Diese Haltung wurde vor einigen Wochen in einem Verfahren vor dem Amtsgericht als eindeutig festgestellt", berichtet er weiter. "Auf meine Frage, was er da mache, kam die treffende, allerdings nicht publizierbare Antwort." Dermaßen ernüchtert, "was man vom Handelnden nicht sagen konnte", stellten sich dem Verfasser des Beitrags auf den fünf Minuten des Heimweges und mehr noch in den nächsten Tagen einige Fragen, die er zum Nachdenken und Hinterfragen zur Diskussion stellen möchte.

"Die Form des auffangenden Behältnisses, in das überwiegend Wasser fließt, seltener das versprochene und überschäumende Freibier, erinnert durchaus an die in den Männer-WC angebrachten Gegenstände. Neben der vergleichbaren Form wird hier ebenfalls der Luxus der automatischen Spülung geboten. Es ist dem stark alkoholisierten Zecher nicht zu verdenken, in dem angebrachten Gegenstand ein Angebot der Erleichterung zu sehen und nicht der Tat des Wildbieselns bezichtigt zu werden. Wenn schon im Peninsula-Hotel in Hong Kong im 36. Geschoss die Urinale des Designers Philipp Starck an der bodentiefen Fensterverglasung mit dem Blick über Kowloon geboten werden, warum nicht in Ingolstadt ein in Bronze gegossener Bottich?“

Weiter schreibt der Nachtschwärmer süffisant: „Damit bekommt auch der den natürlichen Druck beschreibende Vorgang ,sein Bier wegzubringen' eine ganz neue Bedeutung. Es bleibt ein gewisser Zweifel, ob in Anbetracht der doppelt doppelten Nutzung Bierbrunnen und Wasser, Hineinschütten und unten wieder entlassen, die Technik der wechselnden Nutzung tatsächlich funktioniert." Nicht auszudenken, schreibt der Verfasser, wenn sich beide Flüssigkeiten vermischen sollten. "Und selbst wenn die einwandfreie Trennung bestätigt würde, so bleibt bei mir nach dem nächtlichen Erlebnis der unterschwellige Zweifel, ob es sich – zumal bei hellem Freibier – um wirklich reines Bier handelt.“


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