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Ab Montag sollen zwei syrische Großfamilien laut Bürgermeister Manfred Russer (CSU) in einem Haus an der B 300 untergebracht werden – Außenstelle des Hohenwarter Helferkreises zur Betreuung geplant 

(zel) Am Montag sollen in einem leer stehenden Wohnhaus an der B 300 im Hohenwarter Ortsteil Weichenried 19 Flüchtlinge einziehen. Wie Bürgermeister Manfred Russer (CSU) im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, handelt es sich nach seinen Informationen um zwei syrische Großfamilien mit vielen Kindern – das jüngste unter ein Jahr alt. Zur Betreuung der Flüchtlinge in dem Dorf soll der bestehende ehrenamtliche Helferkreis von Hohenwart um eine Art „Außenstelle Weichenried“ erweitert werden, sagt Russer.

Weil die Bundesstraße 300, auf der jeden Tag Tausende von Autos und Lastwagen durch den Ort rollen, um Weichenried herumgelegt werden soll, bot sich für die Kommune überhaupt erst die Gelegenheit, Flüchtlinge in dem Gebäude unterzubringen. Denn im Vorgriff der Baumaßnahme wurden vier Anwesen vom Staat aufgekauft – diese Grundstücke werden, vereinfacht gesagt, für einen Lärmschutzwall gebraucht. „Lange, zähe Verhandlungen“ seien das Gewesen, so Russer. Viel Überzeugungsarbeit habe man leisten müssen, außerdem ging es um Tauschgrundstücke und Ausgleichszahlungen. Aber das ist wieder eine eigene Geschichte. 

Eines der vier abgelösten Anwesen ist nicht mehr bewohnbar. In einem zweiten Haus lebt derzeit noch die Familie, bis ihr gerade entstehender Neubau fertig ist. Zwei der vier Gebäude, die allesamt unter der Verwaltung des Staatlichen Bauamts Ingolstadt stehen, standen zuletzt leer – hier hätten theoretisch bis zu 40 Flüchtlinge untergebracht werden können. Eines der zwei Häuser wird aber inzwischen im Sinne von Sozialwohnungen genutzt, in dem zweiten sollen nun am Montag die syrischen Flüchtlingsfamilien einquartiert werden.

Im Vorfeld hatte es Widerstand im Dorf gegen die Pläne gegeben, in Weichenried bis zu 40 Flüchtlinge unterzubringen. Das seien zu viele für einen 400-Seelen-Ort, lautete die Argumentation besorgter Einheimischer. Sie sprachen sich außerdem dafür aus, dass möglichst Flüchtlingsfamilien in dem Dorf untergebracht werden sollten, nicht nur alleinstehende junge Männer. Dem konnte nun offensichtlich Rechnung getragen werden. Außerdem kommen nicht 40, sondern 19.

Außerdem war bekanntlich in Weichenried die Sorge aufgekommen, dass die Nutzung der Gebäude als Flüchtlings-Unterkunft gar den Bau der Umgehungsstraße verzögern könnten. Das eine habe mit dem anderen gar nichts zu tun, versicherte Bürgermeister Russer immer wieder. Schließlich sei für den Bau der Umgehungsstraße der Bund zuständig. Schon im Februar, bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung, hatte der Rathauschef betont, dass die Nutzung der beiden Anwesen nur übergangsweise gedacht sei. „Maximal zwei Jahre“, lautete seine Ansage. So sei das auch vom Staatlichen Bauamt vorgesehen.

Bisherige Beiträge zum Thema:

Weichenrieder Kompromiss?

Weichenried und die Flüchtlinge


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