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Der Pfaffenhofener Kulturausschuss hat sich schon mit der Frage befasst – und aus mehreren Fraktionen kommen nun konkrete Sympathie-Bekundungen für diese Aufsehen erregende Idee

Von Tobias Zell

Soll das Pfaffenhofener Volksfest im Jahr 2017 mitten in der Innenstadt steigen? Mit Riesenrad auf dem Hauptplatz und Ständen und Buden auch in den Straßen drumherum? Diese Idee ist jetzt aufgekommen, weil im besagten Jahr wegen der Gartenschau der Volksfestplatz zum gewohnten Wiesn-Termin noch nicht frei ist. Deshalb gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Erstens: Das traditionelle Spektakel wird ausnahmsweise in den Oktober verschoben  – so war es bislang geplant. Oder zweitens: Das Volksfest steigt dann eben woanders – und zwar in der City. 

In politischen Kreisen wird über die zweifelsohne Aufsehen erregende Idee vom Volksfest in der Innenstadt bereits diskutiert. Und zwar nicht nur abseits des Protokolls, sondern ganz offiziell. Bürgermeister Thomas Herker (SPD) bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass man sich im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Kulturausschuss-Sitzung am Donnerstag mit dem Thema befasst hat. Und er bestätigte auch, dass man sich in der Stadtverwaltung bereits konkrete Gedanken über die Umsetzbarkeit gemacht hat.

"Vom Platz her würde es gehen"

„Vom Platz her würde es gehen“, sagt Herker. So könnte zum Beispiel auf dem Hauptplatz ein Riesenrad aufgestellt, auf dem Parkplatz zwischen Rathaus und Sparkasse ein großes Zelt platziert werden. Buden und Stände könnten am Hauptplatz verteilt werden. Am oberen Hauptplatz zum Beispiel wäre Platz für die beiden kleineren Zelte. Und theoretisch könnte man ja auch die Nebenstraßen noch nutzen.

Im Kulturausschuss habe es allerdings „große Bedenken“ gegeben, berichtet Herker. Da ging es zum einen um die Auf- und Abbau-Arbeiten, den Lärm während der zwölftägigen Veranstaltung oder um Beeinträchtigungen für Anwohner und Geschäftsleute. Und offenbar wurden all diese potenziellen Nachteile deutlich stärker gewichtet als der Charme, den ein einmaliges Volksfest mitten in der Stadt zweifelsohne mit sich bringen würde. Die Überlegungen seien jedenfalls „erst einmal eingestellt worden“, sagt Herker. „Die Idee wird aktiv nicht weiterverfolgt.“ 

"Auf jeden Fall genauer anschauen"

Das letzte Wort ist allerdings – so viel kann man jetzt schon sagen – ganz sicher noch nicht gesprochen über diese Aufsehen erregende Idee. „Das sollte man sich auf jeden Fall genauer anschauen“, erklärten SPD-Fraktionschef Markus Käser und Vize Julia Spitzenberger – selbst Festwirtin – auf Anfrage. Schon alleine wegen des möglicherweise kühlen oder kalten Wetters im Oktober, finden sie. Außerdem hätten die Leute Ende Oktober vermutlich mehr Lust auf Kürbissuppe oder Kirchweihnudeln als auf Hendl und Bier.

Ein Volksfest im Herzen der Stadt ist für Käser und Spitzenberger „grundsätzlich vorstellbar“. Die Idee sei kurios und ihre Umsetzung sicher eine logistische Herausforderung. Aber durch die Gartenschau werde 2017 ohnehin ein Ausnahmejahr für Pfaffenhofen. Und wenn sich alle einig seien, warum solle dann nicht das Volksfest in der City steigen.

"Voll begeistert"

Peter Heinzlmair, Fraktionssprecher der Freien Wähler, ist „voll begeistert“ von der Idee eines Volksfests in der Innenstadt, wie er heute erklärte. „Das wäre eine Schau.“ Zum einen könne man auf diese Weise den gewohnten Termin beibehalten, zum anderen finde er die Location charmant. „Technisch müsste das möglich sein“, sagt Heinzlmair und nennt gleich noch ein weiteres Pro-Argument: Man könnte die Seitenstraßen mit einbeziehen und so noch mehr Leben in die Innenstadt bringen. Denn die ungewöhnliche Location würde seiner Meinung nach Zusätzliche Besucher anlocken.

Doch Heinzlmair will auch betont wissen, dass man freilich erst einmal mit den Anwohnern, Geschäftsleuten und Gastronomen rede müsse. Vor allem letztere könnten sich aber sogar an dem Volksfest beteiligen, es dadurch zusätzlich aufwerten und selbst davon profitieren, sagt er. Eines ist für den FW-Fraktionschef jetzt schon klar: Über diese Idee müsse auf jeden Fall weiterhin gesprochen werden – denn sie sei einfach zu schön, um sie vorschnell zu begraben.

"Warum nicht?"

Auch Martin Rohrmann, der Chef der CSU-Fraktion, macht keinen Hehl daraus, dass ihm ein Volksfest in der Innenstadt gefallen würde und auch grundsätzlich vorstellbar sei. „Neue Wege sind immer gut, vor allem wenn sie etwas so Besonderes eröffnen“, sagt er. Es lohne sich, über diesen Vorschlag weiter zu diskutieren, betont auch er – und zwar nicht nur, weil man sich im September besseres Wetter erhoffen könne als im Oktober. Auch Rohrmann schlägt vor, nun mit Anwohnern und Geschäftsleuten konkreter über die Idee zu sprechen. „Und wenn sich ein Konsens findet: Warum nicht?!“

Die Sympathie für ein Volksfest 2017 in der City zieht sich offenbar quer durch die Fraktionen. Und möglicherweise wird die Stadtverwaltung deshalb von politischer Seite bald den Fingerzeig bekommen, die Idee doch aktiv weiterzuverfolgen. 

Was halten Sie von der Idee, das Volksfest im Jahr 2017 nicht im Oktober auf dem Festplatz, sondern zum gewohnten Termin in der Innenstadt abzuhalten? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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