Logo
Anzeige
Anzeige

Bayernwerk-Netz-GmbH reagiert auf Flut-Katastrophe von 2024. Bestehende Anlage für 485.000 Euro gegen künftige Hochwasser-Situationen gesichert.

(ty) Die Bayernwerk-Netz-GmbH sichert das Umspannwerk an der Münchner Straße in Reichertshofen vor etwaigen künftigen Hochwasserlagen ab. Zuletzt liefen die Bauarbeiten für Stützwand und Drainagen, die eine Überschwemmung der Anlage verhindern sollen. Die Schutz-Maßnahmen orientieren sich nach Unternehmens-Angaben am Hochwasser-Pegel aus dem Jahr 2024, als auch Reichertshofen von extremen Überschwemmungen betroffen war. Der Verteilnetz-Betreiber investiert nach eigenem Bekunden hier rund 485 000 Euro in Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Langfristig sei der Neubau des Umspannwerks an einem anderen Standort geplant.

Der Bayernwerk-Vorstands-Vorsitzende Egon Leo Westphal hat sich kürzlich mit dem Reichertshofener Bürgermeister Michael Franken (JWU), dem Landtags-Abgeordneten Karl Straub (CSU) sowie dem stellvertretenden Landrat Andreas Aichele (CSU) ein Bild vom Stand der Bauarbeiten gemacht. Eine Winkel-Stützwand, neue Drainage-Leitungen und ein Dammbalken-System sollen Überschwemmungen dieses Umspannwerks künftig verhindern.

Seit Juni wurde an der Anlage aus den 1990er-Jahren gewerkelt. Der Netzknoten sei durch die Baumaßnahmen dann besser vor Überschwemmungen geschützt. Durch die rund einen Meter hohe Stützwand und das Dammbalken-System an der Zufahrt könne das Gelände des Umspannwerks vollständig umschlossen werden, sodass kein Wasser mehr eindringen könne – "auch wenn der Pegel den von 2024 erreichen sollte".

Im Juni 2024: Bayernwerk-Vorstands-Chef Egon Leo Westphal (links) und Bayernwerk-Netz-Geschäftsführer Joachim Kabs (rechts) machten sich ein Bild vom überfluteten Umspannwerk in Reichertshofen. 

Das Schalthaus des Umspannwerks dichtete die Bayernwerk-Netz-GmbH ab: "Dichtungen der Türen werden angepasst, Not-Zugangstüren eingebaut und Verschluss-Systeme für die Zuluft-Öffnungen angebracht", erklärte das Unternehmen in einer Presse-Mitteilung zu den Baumaßnahmen. "Falls es in Zukunft erneut zu Hochwasser an der Paar kommt, kann der Betrieb des Umspannwerks aufrecht erhalten und die Versorgung der Menschen mit Strom sichergestellt werden."

"Eine sichere, stabile und nachhaltige Energie-Versorgung ist das Rückgrat für Gesellschaft und Wirtschaft. Dafür ist die Resilienz unserer Netz-Infrastruktur gegenüber externen Einflüssen entscheidend", erklärt Westphal. Neue Sicherheits-Anforderungen, geopolitische Spannungen und der globale Klimawandel wirkten sich laut Bayernwerk-Netz-GmbH auch in Bayern aus. "Wir müssen leider damit rechnen, dass Extremwetter-Ereignisse häufiger werden und dass starkes Hochwasser wie im Sommer 2024 künftig erneut auftreten kann. Wo wir die Risiken kennen, passen wir unsere Netz-Infrastruktur so gut es geht an – so wie hier in Reichertshofen", resümiert Westphal.

Als Folge des Hochwassers im Sommer 2024 sichert die Bayernwerk-Netz-GmbH nach eigenem Bekunden zum einen das bestehende Umspannwerk gegen erneute Überschwemmung ab. Zum anderen sei bereits die Errichtung eines neuen Netzknotens fernab der Paar geplant, der das Umspannwerk an der Münchner Straße ersetzen solle. So wolle man "das Hochspannungs-Netz in der Region langfristig resilient aufstellen und die Strom-Versorgung sichern".

Die Planung für den Neubau des Umspannwerks sei bereits angelaufen. Der Verteilnetz-Betreiber hat nach eigenem Bekunden dafür zunächst eine Fläche erworben. Diese liege westlich der B13 auf Höhe des Wohngebiets "Schafberg". Die Größe und technische Leistungsfähigkeit der neuen Anlage sowie die Leitungs-Anbindungen seien Gegenstand der laufenden Planung. Da sich im nördlichen Landkreis Pfaffenhofen die Energiewende "mit großer Dynamik entwickelt", wolle man den Neubau für steigende dezentrale Strom-Einspeisung und wachsenden Verbrauch in der Region auslegen.

Kürzlich beim Baustellen-Besuch.

Im Juni 2024 war – wie mehrfach berichtet – unter anderem Reichertshofen von schwerem Hochwasser betroffen, als die Paar aufgrund anhaltenden Dauerregens über die Ufer trat. Aus Sicherheits-Gründen hatte die Bayernwerk-Netz-GmbH das Umspannwerk in Reichertshofen nach Eintritt des Hochwassers in das Umspannwerks-Gelände für einige Tage außer Betrieb nehmen müssen. "Da es ein wichtiger Netzknoten ist, war der Ausfall der Strom-Versorgung in nahezu ganz Reichertshofen die Folge", erinnert das Unternehmen.

Mit Schalt-Maßnahmen in der Mittel- und Niederspannung seien die Straßenzüge damals nach und nach wieder zugeschaltet worden, die nicht vom stark ansteigenden Hochwasser betroffen gewesen seien. Mit dem Rückgang des Hochwassers in den Folgetagen erfolgte laut Unternehmens-Angaben die Prüfung und Reinigung der Anlagenteile, die unter Wasser gestanden hatten. "Mit großem Einsatz haben Mitarbeiter der Bayernwerk-Netz, die aus dem gesamten Netz-Gebiet zusammengezogen worden sind, zusammen mit örtlichen Partnern und Helfern eine angesichts der Umstände schnelle Wiederversorgung sichergestellt."

"Land unter" im Sommer 2024 beim Umspannwerk in Reichertshofen.

In den Wochen nach der Hochwasser-Katastrophe im Sommer 2024 hatte die Bayernwerk-Netz-GmbH dann entstandene Schäden an dem Umspannwerk in Reichertshofen behoben. Jetzt folgen die Absicherung dieser Anlage gegen vergleichbare Hochwasserlagen in der Zukunft – so genannte HQ-Extrem-Ereignisse – siwue die Planung eines neuen Umspannwerks "an einem hochwassersicheren Standort".

In Umspannwerken der Bayernwerk-Netz-GmbH treffen Stromleitungen unterschiedlicher Spannungs-Ebenen zusammen – Hochspannung und Mittelspannung. Die Hochspannungs-Leitungen gelten als "Bundesstraßen" im Verteil-Netz. Leitungen der Mittelspannungs-Ebene sind die "Landstraßen" und verteilen den Strom in die Regionen, bis hin zu Städten oder einzelnen Ortschaften. Im Umspannwerk werden die Spannungs-Ebenen der Hoch- und Mittelspannung über Transformatoren miteinander verbunden und die unterschiedlichen Netz-Bereiche verknüpft.

Das Umspannwerk in Reichertshofen kurz nach dem schweren Hochwasser.


Anzeige
RSS feed