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Die Seniorin fiel gestern auf eine perfide Lügen-Geschichte von Betrügern herein. Bei der Geld-Übergabe wurde es dann rabiat.

(ty) Nach wie vor treiben Kriminelle in der gesamten Region mit so genannten Schock-Anrufen ihr Unwesen, um arglose Menschen um Bargeld und Wertsachen zu bringen – und trotz aller Warnungen haben sie immer wieder Erfolg und kassieren mitunter kräftig ab. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord am heutigen Mittwoch berichtet, ist gestern eine über 70 Jahre alte Frau aus Ingolstadt auf eine Lügen-Geschichte von Betrügern hereingefallen. Am Ende wurde der Seniorin von einem bislang nicht identifizierten Täter eine Tasche geraubt, in der sich 26 000 Euro befanden. Die Frau trug Verletzungen davon. Die Kripo hofft auf Hinweise und warnt einmal mehr vor der Masche.

Nach Angaben der Polizei hatte die Seniorin gegen 12 Uhr einen Anruf von einem Kriminellen erhalten, der sich als Arzt des Klinikums von Ingolstadt ausgab. Der Betrüger habe der Frau vorgegaukelt, dass deren Tochter eine Krebs-Erkrankung habe und nun dringend ein teures Medikament benötige, das allerdings von der Krankenkasse nicht bezahlt werde. Da die Seniorin im Hintergrund eine weibliche Person weinen gehört habe und angenommen habe, dass es sich dabei um ihre Tochter handele, habe sie dem Betrüger geglaubt. Die Ingolstädterin traf sich den Angaben zufolge dann gegen 14 Uhr mit einem Unbekannten vor ihrer Wohnadresse, um ihm 26 000 Euro zu übergeben. 

"Noch bevor sie dies tun konnte, entriss der Mann ihr die unter dem Arm eingeklemmte Tasche und stieg in einen schwarzen Mercedes ein", heißt es weiter. Während die Seniorin versucht habe, die Tür des Pkw zu öffnen, sei der Täter losgefahren, wodurch die Frau zu Boden gestürzt sei. Sie habe sich dabei Schürfwunden zugezogen. Der Mann werde wie folgt beschrieben: zirka 20 bis 30 Jahre alt; normale Statur; kurze, helle Haare; schwarze beziehungsweise dunkle Kleidung. Die Kripo bittet etwaige Zeugen, die Hinweise zum Täter geben können, darum, sich unter der Telefonnummer (08 41) 93 43 -0 zu melden. Der Tatort liege im Bereich des Oberen Graswegs.

Präventions-Hinweise der Polizei:

  • "Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizei-Notruf-Nummer 110 an! Das machen nur Betrüger.
  • Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
  • Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
  • Ziehen Sie eine Vertrauens-Person hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
  • ​​​​​​Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!"

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