Wie diese beiden Appelle des Kommunal-Unternehmens zusammenpassen, das erläutern "Stadtgrün"-Chef Mario Dietrich und Wassermeister Peter Fink.
(ty) Die anhaltende Hitze und die ausbleibenden Niederschläge setzen den Stadtbäumen in Pfaffenhofen zunehmend zu. Die hiesigen Stadtwerke bitten deshalb die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung beim Gießen. Gleichzeitig wird allerdings von dem Kommunal-Unternehmen darum gebeten, sparsam mit Wasser umzugehen – denn der aktuelle Verbrauch sei "sehr hoch". Wie passen der Gieß-Aufruf und der Appell zum Wasser-Sparen zusammen? Und warum sollen die Pfaffenhofener sozusagen den Job der Stadtwerke-Mitarbeiter machen? Antworten auf diese Fragen und weitere Infos lesen Sie hier.
"Hitze-Perioden, wenig Platz für die Wurzel-Entwicklung, von Asphalt umgeben: Keine optimale Bedingung für die gesunde Entwicklung eines jungen Baumes", erklären die Stadtwerke. "Dabei ist diese Entwicklung sehr wichtig, denn Stadtbäume senken die Temperatur in der Stadt." Damit sie gut durch heiße Sommer kommen, hoffe das Team um "Stadtgrün"-Chef Mario Dietrich auf die Unterstützung der Bevölkerung.
"Gerade in Trockenzeiten sind wir darauf angewiesen, Wasser zu sparen. Aber die Stadtbäume verdursten", erklärt er. "Und wenn sie absterben, können sie keinen Schatten mehr spenden und auch nicht mehr als Hitzeschutz dienen. Dann leiden wir und die Natur. Es ist ein Kreislauf." Er appelliert an die Pfaffenhofenerinnen und Pfaffenhofener, die Bäume in ihrer unmittelbaren Umgebung regelmäßig zu gießen: "Wer einen Baum in der Nähe seiner Wohnung oder seines Hauses hat, kann mithelfen, ihn durch die heißen Sommer-Monate zu bringen. Ein bis drei Gießkannen pro Woche helfen dem Baum zu überleben."
Gleichzeitig rufen die Stadtwerke dazu auf, Wasser zu sparen. "Der aktuelle Wasser-Verbrauch in Pfaffenhofen ist sehr hoch", erklärt Peter Fink, der Wassermeister des Kommunal-Unternehmens. Er wirbt für einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Konkrete Maßnahmen seien: Rasen nicht sprengen, Beete nur frühmorgens oder abends punktuell gießen. "Außerdem sollten Pools aktuell nicht neu befüllt oder nachgefüllt werden, wenn dies nicht notwendig ist", heißt es aus den Stadtwerken. "Im Haushalt gilt: Kurz duschen statt Baden und tropfende Hähne reparieren."
Doch wie passt ein Gieß-Aufruf mit dem Appell zum Wasser-Sparen zusammen? "Idealerweise sollten die Bäume mit gesammeltem Regenwasser aus Zisternen oder Regentonnen gegossen werden. Dadurch wird kein zusätzliches Trinkwasser benötigt", heißt es dazu. Außerdem, so Dietrich, sollte ein Stadtbaum derzeit Vorrang vor dem Rasen haben. "Während Rasenflächen kaum zur Abkühlung beitragen, leisten Bäume einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima", erklären die Stadtwerke.
Dietrich ist nach eigenem Bekunden bewusst, dass Gieß-Aufruf nicht jedem gefällt: "Manche werfen uns vor, dass es doch unser Job sei. Schließlich werden unsere Leute dafür bezahlt." Tatsächlich seien die Stadtwerke für das Gießen der Bäume im gesamten Stadtgebiet verantwortlich. Pflanzung, Pflege, Bewässerung – mehr als 8500 Stadtbäume werden laut aktueller Mitteilung vom "Stadtgrün"-Team betreut, darunter über 1000 Jungbäume. Wenn es wenig regnet und heiß ist, gieße das Team wöchentlich alle neu gepflanzten Bäume. "Sie haben Vorrang, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug reichen, um ausreichend Wasser aus dem Boden aufzunehmen."
"Das Problem ist, dass Stadtbäume nicht in ihrer natürlichen Umgebung gepflanzt werden", sagt Dietrich. Zwar achte man darauf, klimaresiliente Arten zu pflanzen, die den Hitze-Stress besser bewältigen könnten. Dennoch sei ein Baum nicht für eine Stadt geeignet. "Ein Baum ist für die Natur, für den Wald gemacht. Ein Stadtbaum bekommt in Städten oft viel zu wenig Platz für die Wurzel-Entwicklung und ist dann noch von viel Asphalt umgeben, sodass der Boden stark verdichtet ist. Und anders als im Wald fehlt die natürliche Beschattung durch andere Bäume."
Das "Stadtgrün"-Team versucht nach eigenem Bekunden – neben der Pflanzung klimaresilienter Arten – mit Gieß-Ringen dem Trocken-Stress zu begegnen. Diese schwarzen Ringe werden am Boden befestigt und dienen als Wanne. Wenn nun jemand gieße, fließe das Wasser gezielt auf die Wurzeln des Baumes. Das sparte Wasser und Arbeitszeit.
Zudem würden die Stämme der jungen Bäume weiß angemalt. "Man kann sich das vorstellen wie Sonnen-Creme", erläutert Dietrich. "Die helle Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen und schützt die empfindliche Rinde vor Sonnenbrand." Trotz der Bemühungen sei das "Stadtgrün"-Team für jede Hilfe in Form einer Gießkanne mit Wasser dankbar. "Ein Baum gibt uns so vieles zurück", unterstreicht Dietrich. "Deshalb sollten wir ihm gerade in heißen Zeiten auch etwas zurückgeben."





