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In Pfaffenhofen, Wolnzach, Manching, Vohburg, Geisenfeld, Münchsmünster, Scheyern und Schweitenkirchen gibt es jeweils bis zu sechs Kandidaten. Schon deshalb scheinen hier Stichwahl als sehr wahrscheinlich.

(ty) Jeweils drei Bürgermeister-Kandidaten in Geisenfeld, Münchsmünster, Scheyern und Schweitenkirchen, jeweils vier in Vohburg, fünf in Manching und Wolnzach sowie gleich sechs in Pfaffenhofen – alleine die schieren Zahlen zeigen, wie sehr im Kreis Pfaffenhofen um die Posten als Verwaltungs-Chef, Vorsitzender des Stadt- oder Gemeinderats und oberster Repräsentant einer Kommune gerungen wird. Die Konkurrenz-Situation in diesen acht von insgesamt 19 Städten und Gemeinden auf Kreis-Ebene dürfte in etlichen Fällen dazu führen, dass die Bürger zwei Wochen nach dem diesen Sonntag anstehenden Urnengang dazu aufgerufen werden, bei einer Stichwahl nochmals ihr Kreuzchen zu machen. Dann nämlich, wenn keiner der Bewerber auf Anhieb die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Deshalb richtet sich der Blick erst einmal darauf, wie sich die Ausgangs-Situationen in den acht genannten Kommunen darstellen.

Pfaffenhofen: Gibt es in der Kreisstadt so etwas wie eine Wechsel-Stimmung? Dass gleich fünf Kandidaten gegen den amtierenden Bürgermeister Thomas Herker (SPD) antreten, um trotz dessen unbestreitbarer Erfolge seine nun schon 18 Jahre währende Ägide im Rathaus zu beenden, mag der eine oder andere Beobachter so deuten. Dahinter dürften aber auch parteipolitisch-strategische und persönliche Gründe stecken. Jedenfalls hat der SPD-Mann Herker, der auch von den Grünen unterstützt wird und im Stadtrat ein "buntes Bündnis" aus SPD, FW, Grünen und ÖDP anführt, ein Quintett von Widersachern: Markus Hartmann, den die CSU aufbietet, Peter Heinzlmair (Freie Wähler), Richard Fischer (ÖDP) und Johannes Gold (FDP) sowie Manfred "Mensch" Mayer von "Gemeinsam für Gemeinwohl (GfG). Gegenwind kommt für Herker somit auch aus der eigenen Koalition.

Wolnzach: Amtsinhaber Jens Machold (CSU) hat mit vier Herausforderern mächtig Konkurrenz bekommen. Simon Zimmermann (FW), Tanja Maier (SPD), Josef Schäch von "Gemeinsam für Wolnzach" (GfW) und Fabian Röhrich (FDP) treten an, um dem im Jahr 2008 erstmals gewählten Platzhirsch mit CSU-Parteibuch eine vierte Amtszeit zu verwehren. Vor sechs Jahren hatte sich Machold in der Stichwahl mit 50,7 Prozent zu 49,3 Prozent nur denkbar knapp gegen seinen Haupt-Kontrahenten Simon Zimmermann (FW) durchsetzen können. Wird es für den CSU-Mann auch diesmal wieder reichen? Bemerkenswert ist, dass Ex-Bürgermeister und Ex-Landrat Schäch im Alter von 79 Jahren nochmals Ambitionen hegt und sich deswegen ins Bewerberfeld einreiht.

Manching: Auch hier gibt es ein dichtes Gedränge um den Posten des Gemeinde-Oberhaupts, der nach 18 Jahren frei wird, weil Bürgermeister Herbert Nerb von den Freien Wählern bereits im Oktober vorigen Jahres zur Überraschung vieler angekündigt hatte, sich wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr zur Wahl zu stellen. Hoffnung, ihm im Amt nachfolgen zu können, machen sich vier Männer und eine Frau: Klaus Neumayr (CSU), Adolf Engel (FW), Margaretha Bauernfeind (Grüne), Johann Froschmeier (SPD) und Thilo Bals (UW).

Vohburg: Dass der amtierende Rathaus-Chef Martin Schmid (SPD), ein quer durch alle Fraktionen anerkannter Politiker, der auch den Posten des Bürgermeister-Sprechers im Landkreis inne hatte, nach drei Amtsperioden aus Altersgründen nicht mehr antritt, stellt für die Stadt eine personelle Zäsur dar. Ein rein männliches Bewerber-Quartett spekuliert darauf, Schmids Amt übernehmen zu können. Die einzelnen Kandidaten sind: Christoph Steffens (CSU), Andreas Amann von den "Aktiven Vohburgern" (AV), Ernst Müller als gemeinsamer Kandidat von Freien Wählern (FW) und "Freiem Wählerblock Vohburg (FWB) sowie Thomas Schwarz (AfD), der parallel für den Posten des Landrats kandidiert.

Geisenfeld: Der aktuelle Rathaus-Chef Paul Weber von den "Unabhängigen Sozialen Bürgern" (USB) scheint recht fest im Sattel zu sitzen – jedenfalls so fest, dass die Geisenfelder CSU, aus deren Reihen mit Andreas Aichele der neben Amtsinhaber Albert Gürtner (FW) wohl aussichtsreichste Landrats-Kandidat kommt, keinen eigenen Bewerber für den Bürgermeister-Posten aufbietet. Aichele, der aktuell Dritter Bürgermeister ist, will es also auf Landkreis-Ebene wissen und überlässt anderen Personen das Ringen um den Posten des Stadt-Oberhaupts. Im Jahr 2020 erstmals gewählt, muss Weber sein Mandat gegen zwei Herausforderer verteidigen: Hans-Jürgen Huber von den Freien Wählern und Felicia Stolfig von den Grünen. 

Münchsmünster: Ein sicherer Wechsel an der Rathaus-Spitze von Münchsmünster steht bevor, da Andreas Meyer (CWG), der als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde seit 2002 und damit vier Amtsperioden lang leitet, sich im Alter von nunmehr 66 Jahren nicht mehr zur Verfügung stellt. Um seine Nachfolge gibt es einen Dreikampf. Auf dem Stimmzettel stehen Georg Kreis, der Hoffnungsträger der CSU, Sebastian Krückl als gemeinsamer Kandidat von SPD und "Unabhängigen Wählern" (UW) sowie Wolfgang Reichart, den die "Christliche Wähler-Gemeinschaft" (CWG) als Kandidaten für den Urnengang nominiert hat.

Scheyern: Als besonders spannend gilt die Bürgermeister-Wahl in der Kloster-Gemeinde. Das liegt an den Vorgängen um Amtsinhaber Manfred Sterz. Offenbar unzufrieden mit seinem Kurs, hatten sich die Freien Wähler (FW), wie berichtet, im vergangenen Jahr von Sterz losgesagt. "Freie Wähler Scheyern und Bürgermeister trennen sich im gegenseitigen Einvernehmen", hieß es in einer Mitteilung des örtlichen FW-Vorstands. Stattdessen setzen die Freien Wähler diesmal auf Andreas Mahl, den derzeitigen Dritten Bürgermeister. Sterz gibt aber nicht auf, sondern strebt nun mit Unterstützung der neu gegründeten Gruppierung "Unabhängige Bürger Scheyern" (UBS) eine dritte Amtsperiode an. Dritter Kandidat ist Johannes Baumeister, den CSU und "Bürgerblock" gemeinsam in Rennen schicken und der unter anderem dadurch auf sich aufmerksam gemacht hat, dass er an der Sanierung des traditionsreichen Fußball-Vereins SSV Jahn Regensburg mitgearbeitet hat.

Schweitenkirchen: Für Spannung ist auch in dieser Gemeinde mit der Frage "Kontinuität oder Wechsel?" gesorgt. Denn der jetzige Rathaus-Chef Josef Heigenhauser, vor sechs Jahren ins Amt gewählt, hat zweifache Konkurrenz bekommen. Herausgefordert wird der CSU-Politiker von Baris Basaran vom "Bürgerblock Schweitenkirchen" (BBS) sowie von Heidi Grund-Thorpe, die von einer Dreier-Allianz, bestehend aus dem neu gegründeten "Bündnis Fortschritt Schweitenkirchen" (BFS), der SPD und den Grünen, unterstützt wird.

Zur Lage in den weiteren Gemeinden im Kreis Pfaffenhofen:

Bürgermeister-Wahlen im Kreis PAF: Sieben Duelle, die zwei sichere Wechsel bringen

Bürgermeister-Wahlen im Kreis PAF: In vier Gemeinden ändert sich sicher nichts


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