Diana Fuchs-Schlamp (42) möchte für "Die Linke" zur Landrätin gewählt werden. Die psychologische Beraterin verspricht "Politik, die die Menschen schützt".
(ty) In erster Linie Menschen mit kleinerem Geldbeutel müsse geholfen werden, Leuten, die angesichts der allgemeinen Teuerungs-Welle immer mehr finanziell in die Bredouille kämen. Deswegen stellt Diana Fuchs-Schlamp, ganz auf der Linie ihrer Partei "Die Linke", Themen wie bezahlbares Wohnen auf ihrer Agenda ganz nach oben. Die 42-Jährige aus Scheyern möchte am 8. März zur Landrätin im Kreis Pfaffenhofen gewählt werden und soziale Verantwortung für alle hier lebenden Menschen übernehmen, wie sie betont. "Ich will Politik machen, die die Menschen schützt, und den Landkreis lebenswert erhalten", nennt Fuchs-Schlamp ihre Motive, für das Amt zu kandidieren und sich bei der Kommunalwahl dem Wettstreit mit sechs weiteren Bewerbern zu stellen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt sie, wofür sie im Einzelnen eintreten will.
Um die Präsenz der Linken in der Region war es lange Zeit schlecht bestellt. Eigene Mandatsträger? Fehlanzeige. Im Kreis Pfaffenhofen habe es nach ihren Informationen zuletzt etwa 2015 einen eigenen Kreis- beziehungsweise Ortsverband gegeben, sagt Fuchs-Schlamp. So ganz genau weiß sie das gar nicht. Aber sie weiß eines: Der Erfolg bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr habe gezeigt, dass die Politik der Linken vor allem mit der medialen Präsenz der Co-Vorsitzenden Heidi Reichinnek gut ankomme, weil die tatsächlichen Probleme der Menschen nicht nur benenne, sondern mit eigenen Lösungs-Vorschlägen aufgreife. Diese Aufbruch-Stimmung habe vor knapp einem Jahr auch sie selbst zum Partei-Eintritt bewogen, berichtet die 42-Jährige, die zuvor politisch ein unbeschriebenes Blatt war.
"Wir sind gekommen, um zu bleiben"
Unter dem Kreisverband für die Region Ingolstadt habe die Linke in Pfaffenhofen seit 2023 eine neue Struktur geschaffen. Zusammen mit über 60 Mitgliedern will Fuchs-Schlamp nun auch bei der Kommunalwahl im hiesigen Landkreis kräftig mitmischen. 23 Kandidatinnen und Kandidaten hat die Linke für die Kreistags-Liste aufgeboten. "Die zweitjüngste Liste", wie sie betont. Mit 13 Frauen und Männern auf der Liste tritt die Partei zudem bei der Stadtrats-Wahl in Pfaffenhofen an. "Wir wollen den politischen Blumenstrauß etwas bunter machen", formuliert sie als ehrgeiziges Ziel und verbindet das mit der klaren Ansage, alles andere als nur ein Strohfeuer zu sein: "Wir sind gekommen, um zu bleiben."
Für ihr eigenes Engagement – sie kandidiert auch für den Kreistag und den Gemeinderat in Scheyern – nennt Fuchs-Schlamp eine weitere Motivation: "Es gibt zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik. Ich möchte dazu beitragen, dass sie und ihre Themen sichtbarer werden." Damit begründet sie auch ihr Engagement beim Netzwerk "Frauen für Demokratie". Vor gut 15 Jahren hat es Diana Fuchs-Schlamp in den hiesigen Landkreis verschlagen. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Scheyern und betreibt dort eine psychologische Beratung und Lebensberatung.
Ursprünglich hatte sie den Beruf der Glasapparate-Bauerin erlernt, sprich, sie ist ausgebildete Glasbläserin für Forschung, Chemie- und Pharma-Industrie. Danach sattelte sie beruflich um und arbeitete als Fachkraft für Finanz-Buchhaltung, Team-Assistenz sowie Assistenz des Vorstands einer international agierenden Aktien-Gesellschaft, ehe sie sich selbstständig machte. Gemeinsam mit ihrem Mann bietet die psychologische Beraterin zudem Kurse für Gewalt-Prävention und Selbstverteidigung an.
Als Schwerpunkt Nummer eins auf ihrer Agenda nennt die 42-Jährige die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Das sei alles andere als ein Nebenthema, denn hier gehe es um eine existenzielle Frage, betont sie. Viel wichtiger als mit Neubauten weitere Flächen zu versiegeln ist ihr, das Problem der Leerstände anzugehen. Im hiesigen Landkreis habe man mehr als 2500 nicht genutzte Wohnungen. Diese gelte es zu katalogisieren und mit gemeinsamen Anstrengungen wieder einer Nutzung zuzuführen. Das alleine werde aber, so ihre Vermutung, nicht ausreichen, um den Bedarf an erschwinglichem Wohnraum zu decken. Bei den zudem erforderlichen Neubauten müsse man einen möglichst großen Anteil mit öffentlicher Förderung realisieren.
"Keine One-Woman-Show"
Ein ebenso wichtiges Anliegen ist der Linken-Politikerin eine gute Gesundheits-Vorsorge. Dazu zählt sie die Ilmtalklinik, die man zukunftsfähig machen, aber nach ihrem Dafürhalten auf keinen Fall privatisieren sollte. Ein großes Defizit sieht sie bei der Hausarzt-Versorgung auf die Menschen im Landkreis zukommen. Die Allgemein-Mediziner seien gegenwärtig im Schnitt 56 Jahre alt. Gemeinsam müsse man alles dafür tun, Praxis-Nachfolger zu finden. Viel stärker als bisher müsse man bei der Unterstützung pflegender Angehöriger engagieren. Auch bei der Tagespflege gibt es nach ihrer Aussage viel zu wenig Plätze. Da gelte für sie wie bei allen anderen Themen: Landrätin zu sein, sei "keine One-Woman-Show". Probleme könne man nur im Zusammenspiel aller in Frage kommender Akteure und Träger lösen.
Als große Gemeinschafts-Aufgabe sieht sie die Stärkung der heimischen Wirtschaft. Unverzichtbar ist für Fuchs-Schlamp ein "vernünftiges ÖPNV-Netz". Da habe man im Landreis schon eine gute Basis geschaffen. Doch dürfte man beim Erreichten nicht stehenbleiben. Viele Aspekte schließt für sie das Thema Sicherheit ein. Generell gehe es um "Schutz vor Angst", erklärt die 42-Jährige gegenüber unserer Redaktion. Man müsse die Menschen schützen statt sie gegeneinander auszuspielen. Häusliche Gewalt vor allem gegen Frauen sei auch im hiesigen Landkreis ein ernst zu nehmendes Problem. Im Frauenhaus im Ingolstadt seien die Kapazitäten häufig ausgeschöpft. Deshalb müsse man auch im Kreis Pfaffenhofen ein Frauenhaus oder eine geeignete Schutzwohnung für in Not geratene Frauen schaffen, da diese im Akutfall Leben retten könnten.
Beleben möchte Fuchs-Schlamp das kulturelle Leben im Kreis Pfaffenhofen. Vor allem die junge Generation und deren Wünsche hat sie da im Fokus. Aber auch ältere Menschen möchte sie da einbeziehen. Grundsätzlich gehe es ihr darum, wieder mehr Vertrauen in die Politik zu schaffen, erklärt die Landrats-Kandidatin der Linken. "Das Gefühl für Politik muss besser werden."
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