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An der Frechmühle zeigt die Bürger-Energie-Genossenschaft nach eigenem Bekunden, "wie ökologische Vorsorge über das gesetzliche Maß hinaus funktioniert".

(ty) An der Frechmühle, zwischen Pfaffenhofen und dem Ortsteil Affalterbach, zeigt die hiesige Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) nach eigenem Bekunden, "wie ökologische Vorsorge über das gesetzliche Maß hinaus funktioniert". Mit einem freiwillig geschaffenen Auffang-Becken wolle man künftige Starkregen-Ereignisse entschärfen, heißt es in einer Presse-Mitteilung der BEG. Die Rede ist sogar von einem "einzigartigen Projekt", denn, so die Genossen: "Windkraft finanziert Hochwasserschutz."

"Wenn es an der Ilm künftig zu Starkregen kommt, zählt jeder Kubikmeter, den der Fluss nicht sofort weitergeben muss", unterstreicht die BEG. An der Frechmühle, nördlich von Pfaffenhofen, wurde nun ein solcher Puffer fertiggestellt. Die Bürger-Energie-Genossenschaft hat dort nach eigenen Angaben ein neues Entlastungs-Areal geschaffen – "eine Art natürliches Auffang-Becken, das die Wassermassen bei Hochwasser bremst und zwischenspeichert".

Das Besondere an dem Projekt sei: "Die Maßnahme ist vollständig freiwillig." Finanziert worden sei sie aus den Erträgen des Bürger-Windparks im so genannten Förnbacher Forst. Was ursprünglich als reine Ersatz-Aufforstung für die Windräder geplant war, entwickelte sich nach Dafürhalten der BEG ihr Engagement "zu einem "Best-Practice-Beispiel für regionalen Hochwasserschutz".

Insgesamt 3100 Kubikmeter zusätzliches Überflutungs-Volumen seien durch gezielten Erdaushub entstanden, meldet die Bürger-Energie-Genossenschaft. In Zeiten zunehmender Wetter-Extreme sei das "ein wichtiges Signal an die Nachbarn": Der Puffer entlaste die Ilm spürbar und reduzier die Gefahr für flussabwärts gelegene Orte wie Affalterbach. "Es ist ein Akt der Solidarität im Landkreis, den auch die Vertreter von Stadt und Behörden bei einem Vor-Ort-Termin würdigten", betont die BEG.

Die Genossenschaft übertreffe die gesetzlichen Anforderungen damit bei Weitem, sei ihr von Fachstellen attestiert worden. "Doch es ging nicht nur um Erdbewegungen", erläutert die BEG- Parallel zur wasserbaulichen Sicherung habe die Genossenschaft rund 2000 Bäume und Sträucher gepflanzt. Dabei setze man auf eine wissenschaftlich fundierte Teilung der Fläche, um die Biodiversität zu maximieren.

Erstens die Weichholz-Aue: Im direkten, dynamischen Überschwemmungs-Bereich wachsen laut BEG Weiden und Pappeln. Sie seien darauf spezialisiert, im Wasser zu stehen, und stabilisieren mit ihren Wurzeln die Uferkante. Zweitens die Hartholz-Aue: Im etwas höher gelegenen südlichen Teil seien robuste Arten wie Eichen, Buchen, Ulmen und Eschen gesetzt worden. Sie dienten als langfristige CO2-Speicher und böten Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten.

Aus Sicht der BEG "schließt sich hier ein Kreis". Das Projekt zeige, dass die Energiewende und der Schutz der Heimat keine Gegensätze sein müssten. "Wo Windkraft-Anlagen sauberen Strom liefern, ermöglichen deren Erträge nun ökologische Projekte, die weit über den Klimaschutz hinausgehen und die Region widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen", fasst die Genossenschaft zusammen.

Die Bürger-Energie-Genossenschaft im Landkreis Pfaffenhofen" war nach eigener Darstellung im Jahr 2012 auf Initiative des "Energie- und Solarvereines" Pfaffenhofen und mit Unterstützung der Stadt Pfaffenhofen gegründet worden. Sie wolle bürgerschaftliches Engagement, klimafreundliche Energieerzeugung und wirtschaftlichen Erfolg untrennbar miteinander verbinden. Sie initiiere und finanziere deshalb Projekte zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung erneuerbarer Energien im Landkreis. Die BEG ist laut eigenen Angaben mit derzeit über 1500 Mitgliedern eine der aktivsten Bürger-Energie-Genossenschaften im Freistaat und Gründungs-Mitglied der "Landes-Vereinigung Bürgerenergie Bayern e.V.". Weitere Infos gibt es auf www.buergerenergie-pfaffenhofen.de.


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